Rezension zu Vesna von Carolin Schairer

Carolin Schairer war mir bislang nur durch meine Mutter bekannt, die zwei ihrer Krimis gelesen und hier auf dem Blog hoch gelobt hat: „Wir werden niemals darüber reden“ und „Todesursache ungeklärt“ – dann bin ich über „Vesna“ gestolpert und war direkt fasziniert von der Inhaltsangabe – und das zurecht, denn der Roman hat mir ausgesprochen gut gefallen und war innerhalb weniger Stunden durchgelesen.

Nach 16 Jahren, die sie – wie sie meint – glücklich verliebt in Italien verbracht hat, kehrt Elisa nach dem Tod ihres deutlich älteren Partners mitsamt der kleinen Tochter zurück nach Wien. Hier ist sie völlig aufgeschmissen, denn ihr Erspartes reicht gerademal für eine kleine Wohnung und ein Job ist für die allein erziehende Mutter ohne Ausbildung und Berufserfahrung nicht in Sicht. Aber Frau weiß sich zu helfen und so wird der Lebenslauf halt etwas geschönt und die Tochter verschwiegen – et voilà, schon hat sie einen Job!

Und was für einen… Denn schnell stellt sich heraus, die von ihren Mitarbeitern gefürchtete Chefin ist niemand anderes als die unfreundliche Frau, der Elisa und ihre Tochter schon im Flugzeug auf dem Rückweg nach Wien begegnet sind: Vesna Katic, Selfmadefrau mit kroatischen Wurzeln, die von ihren Angestellten das erwartet, was sie selbst ihrem Unternehmen gibt: absolute Hingabe. Doch Elisa, die sich plötzlich in der unbeliebten Position der persönlichen Assistentin der Chefin findet, ist sich sicher, dass Vesna kein Monster ist, sondern hinter der harten Schale durchaus auch ein weicher Kern steckt.

Carolin Schairer konnte mich schon nach wenigen Seiten voll und ganz in ihren Bann ziehen. Ihre Figuren wirken so real und bieten so viele verschiedene Facetten, dass man gar nicht anders kann, als sich von ihnen immer tiefer in die Geschichte ziehen zu lassen. Hinter ihren Figuren steckt mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würde, Stück für Stück offenbaren sich ihre Geschichten und ermöglichen so immer neue, nicht unkritische Blicke auf die Charaktere und ihre Umgebung.

Alles in allem ist Carolin Schairers „Vesna“ ein wunderbar zu lesender, sehr kurzweiliger und unterhaltsamer Liebesroman, der einen im Laufe der Handlung immer wieder überrascht und mit vielschichtigen Figuren aufwartet. Ich habe den Roman innerhalb weniger Stunden geradezu verschlungen und kann ihn wirklich nur weiterempfehlen!

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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