Rezension zu Die Sterne vom Himmel holen von Carolin Schairer

Wie immer, wenn ich ein Buch aus dem Ulrike Helmer Verlag in die Hand nehme, konnte ich auch Carolin Schairers „Die Sterne vom Himmel holen“ nicht aus der Hand legen und habe es in einem Rutsch durchgelesen. Dabei hat es mir allerdings leider bei weitem nicht so gut gefallen, wie zum Beispiel „Vesna“, obwohl ein paar der Dinge, mit denen ich hier Probleme hatte, so eigentlich auch in dem anderen Roman aufgetaucht sind.

Die Hauptrolle in dieser Geschichte spielt die Mittzwanzigerin Paulina, deren Leben nach dem Unfalltod ihrer Eltern und ihrer Schwester zehn Jahre zuvor ziemlich aus den Fugen geraten ist. Jetzt lebt sie bei ihrer Großmutter und versucht verzweifelt, Omas Arzttermine und die Fortbildung vom Arbeitsamt unter einen Hut zu bringen und sich dabei noch irgendwie mit ihrem Job im Callcenter über Wasser zu halten. Aber natürlich klappt das alles nicht so, wie es soll. Paulina ist nicht nur kurz davor, aus der Fortbildung zu fliegen – was bedeuten würde, dass sie über 4000€ Kursgebühren ans Amt zurückzahlen müsste -, auch ihren Job verliert sie, als das Callcenter plötzlich insolvent geht.

An dieser Stelle kam dann etwas Verwirrung bezüglich der Inhaltsangabe bei mir auf, denn die passt meiner Meinung nach nicht so recht zur Geschichte. Ja, nachdem Paulina ihren Job im Callcenter verliert und ihr Konto immer weiter ins Minus gerät, bekommt sie von einer ehemaligen Arbeitskollegin das Angebot, für den Escort-Service ihrer Schwester zu Arbeiten. Dass ihre Kundin eine Frau ist, ist allerdings nicht verwunderlich, denn nachdem Paulina das Angebot erst rundheraus ablehnt, willigt sie dann recht halbherzig ein, mit weiblichen Kunden zu arbeiten. Ihre Erleichterung über den Auftrag hält sich ebenfalls in Grenzen, denn auch wenn Paulina und ihre Oma das Geld wirklich brauchen, ist ihr doch sehr unwohl bei der ganzen Escort Geschichte und sie hat den festen Vorsatz, niemals einen Gast aufs Zimmer zu begleiten.

Klappt natürlich nicht und da fing mein Problem an, denn das für meinen Geschmack war das Ungleichgewicht zwischen Paulina und ihrer Kundin Johanna Engel einfach zu groß – oder vielleicht sind mir der Altersunterschied und die sozialen Unterschiede auch einfach nur stärker ins Auge gefallen, weil die Geschichte insgesamt etwas unplausibel wirkt, vieles kommt sehr plötzlich und scheint ein wenig an den Haaren herbei gezogen und vor allem das supernatürliche Element dieser Geschichte hat mich einfach gestört. Denn Paulina sieht den Geist ihrer Schwester. Auch zehn Jahre nach deren Tod und, sorry, aber in diesem Roman wirkt das einfach nur als hätte sie, mal ganz platt ausgedrückt, dringend psychologische Hilfe nötig.

Insgesamt kriegt „Die Sterne vom Himmel holen“ von Carolin Schairer von mir 3,5 Sterne, weil das Buch zwar in Sachen Charakterpsychologie etwas zu wünschen übrig gelassen hat, trotzdem insgesamt sehr unterhaltsam und kurzweilig war. Wer allerdings ein Buch von Carolin Schairer lesen möchte, dem empfehle ich zum Einstieg „Vesna“ 🙂

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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