Rezension zu Feuer und Glas: Der Pakt von Brigitte Riebe

Brigitte Riebe - Feuer und Glas: Der PaktAdd on GoodReadsBrigitte Riebe – Feuer und Glas: Der Pakt
 
Verlag: Heyne fliegt
Format: Gebunden mit Schutzumschlag
Seiten: 384
ISBN: 978-3453267381
 
 

[mygenres] Band 1 der Serie „Feuer & Glas“
 
 
 

Venedig im Jahr 1509: Ein machtvolles Glasartefakt und die letzte Erinnerung an einen verschwundenen Vater … Eine uralte Fehde zweier verfeindeter Völker … Und ein Mädchen, das nicht ahnt, dass es den Schlüssel zur Rettung Venedigs in seinen Händen hält …
Für die sechzehnjährige Milla scheint die Zeit stehen zu bleiben, als sie an einem heißen Frühlingstag dem jungen Gondoliere Luca begegnet. Wie ein Aristokrat aus einer anderen Zeit gleitet er, gemeinsam mit einer Katze, auf einer blauen Gondel durch einen stillen Kanal. Milla ist verzaubert und kann den jungen Mann nicht vergessen. Als kurze Zeit später dieselbe geheimnisvolle Katze im kleinen Lokal ihrer Mutter und Tante auftaucht, folgt sie ihr durch die Gassen Venedigs. Sie gelangen zu einem reichen Stadthaus – und Milla sieht Luca wieder. Er ist jedoch nicht allein, und plötzlich wird Milla in den Strudel dunkler Vorkommnisse um das Ende der mächtigen Lagunenstadt gezogen. Stammt sie wirklich von den Feuerleuten ab, die seit jeher gemeinsam mit den Wasserleuten Venedig beschützen? Was empfindet Luca, einer der Wasserleute, wirklich für sie? Und hat all das mit dem Verschwinden ihres Vaters zu tun? Zwischen Liebe und Zweifel hin- und hergerissen, kann Milla niemandem vertrauen – außer einer Katze und ihrem Gespür für die Wahrheit …

 
 
Meinung:
 
Ich liebe Venedig und ich liebe Bücher die in Venedig spielen. Wenn diese Bücher es dann auch noch schaffen, die Stadt vor meinem inneren Auge lebendig werden zu lassen, dann um so besser.
 
Riebes Roman hat mich etwas zwiegespalten zurück gelassen. Einerseits fand ich die Idee der Feuer- und Wasserleute toll. Andererseits hatte ich das eine oder andere Problem mit dem Schreibstil und vor allem fehlte mir das historische Flair.
 
Wenn es nicht von zentraler Bedeutung gewesen wäre, dass zur der Zeit, in der das Buch spielt – Anfang des 16. Jahrhunderts – die Gondeln noch bunt und die Rialtobrücke noch aus Holz waren (beides änderte sich im Verlauf des 16. Jahrhunderts), hätte die Geschichte im Grunde genommen auch heutzutage spielen können, ohne dass sich allzu viele Unsauberheiten ergeben hätten.
 
Milla und die Charaktere um sie herum waren einfach irgendwie viel zu modern von ihrer Art her, sodass es der Geschichte etwas an Stimmung gefehlt hat. Da Riebe doch eigentlich recht bewandert ist, was historische Romane angeht, auch wenn das hier ihr erster Jugendroman ist, hat mich das doch sehr gewundert.
 
Dazu kam, dass es den Charakteren, abgesehen von einer Handvoll, erheblich an Tiefe gefehlt hat. Dadurch konnte ich zu vielen Elementen der Geschichte keine wirkliche Bindung aufbauen.
 
Die Protagonisten, Milla und Luca, und ein paar weitere Charaktere, waren zwar wirklich gut konzipiert und vielschichtig und dadurch auch sympathisch, konnten aber die Flachheit der anderen Charaktere, von denen viele, selbst die, die sich im direkten Umfeld der beiden Protagonisten befunden haben, einfach nur wie Mittel zum Zweck gewirkt haben, nicht ausgleichen.
 
Auch die Umsetzung der Geschichte um Feuer- und Wasserleute fand ich nur teilweise gelungen. So sind viele Elemente einfach vollkommen unklar geblieben, es wurde oft nicht deutlich, ob es sich bei Informationen um gängiges Allgemeinwissen oder wohlgehütete Geheimnisse handelt, wodurch vieles schwammig und ungenau geblieben ist.
 
Eine Sache gab es noch, die mich etwas irritiert hat. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Milla erzählt. Zu Beginn des Buchs schreibt Riebe wiederholt solche Sachen wie „die Mutter“ oder „die Tante“ statt „meine“ zu verwenden. Ein wenig liest sich das, als hätte sie sich bemüht, darüber ein historisches Feeling aufleben zu lassen. Dadurch, dass sie aber gleichzeitig „mein Vater“ schreibt, hat das Ganze dann doch nur gestelzt und irritierend gewirkt. Im weiteren Verlauf des Buchs hat sich das dann auch irgendwie im Sande verlaufen.
 
Trotzdem hat mich „Feuer & Glas“ in seinen Bann gezogen und sich als perfekte Lektüre heraus gestellt, um nervtötende Champions League Spiele auszublenden. Und dass ich lediglich die Zeit des besagten Spiels gebraucht habe (inkl. Nachspielzeit und Elfmeter), um das Buch komplett durchzulesen, spricht wohl auch für sich.
 
Daher hoffe ich einfach, dass die Autorin in den kommenden Bänden zu mehr Tiefe und Atmosphäre findet.
 
 


 
 
Mit herzlichem Dank an den Heyne fliegt Verlag, der so freundlich war, mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen
VERLAG
 
 
4 Sterne - Sehr gut

 
 
Die Autorin
 
Brigitte Riebe, 1953 geboren, ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Neben ihren bekanntesten historischen Romanen wie Pforten der Nacht oder Schwarze Frau vom Nil hat sie sich einen Namen als Jugendbuchautorin gemacht. In ihrer zwei Bücher umspannenden Saga Feuer und Glas verwebt sie erstmals Geschichte mit einem magischen Geheimnis. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und dem Kater Filou in München.
 
 

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu Feuer und Glas: Der Pakt von Brigitte Riebe”

  1. Tolle Rezi. Habe das Jugendbuch von Riebe leider noch nicht gelesen, bin aber ein Fan ihrer Histos. Also werde ich mir dass doch gleich mal vormerken.

    1. Ich les ja nur selten Historisches, daher kannte ich vorher gar nichts von ihr und kann keinen Vergleich zwischen ihren Werken ziehen, aber so für sich genommen ist Feuer und Glas definitiv lesenswert, fehlt nur noch die Fortsetzung… :/

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