Rezension zu Drei Frauen im Schnee: Weihnachten, Geburtstage und andere Katastrophen von Blanca Imboden

Jahrelang war es der Spruch „Die Kinder lieben das Fest so, wie es ist“, mit dem ihre Schwiegermutter ihr den Wind aus den Segeln genommen hat, wann immer sie mal etwas an den strikten Weihnachtstraditionen ändern wollte und nun das: ihre Kinder, die Zwillinge Lilly und Amelie, erklären Weihnachten, insbesondere die familiären Weihnachtstraditionen, für doof. Was also tut frau nun?

Für Sonja zumindest steht, fest, dass sie schon vor der Adventszeit genug von Weihnachten hat. Doch natürlich bleibt es nicht bei der Offenbarung ihrer Töchter oder ersten Rebellionen gegen die traditionsbewusste Schwiegermutter. Und irgendwann reicht es Sonja einfach und sie geht und findet mitten im Schnee zwei neue Freundinnen – „Drei Frauen im Schnee“, das sind Sonja, Karin und Bernadette.

Die Geschichte über Sonja und die unerwartete Freundschaft zwischen den drei Frauen ist eine wirklich schöne Weihnachtsgeschichte. Die Figuren in diesem Buch von Blanca Imboden sind allesamt plastisch und bestechen gerade durch ihre ganz unterschiedlichen, allerdings durchgehend liebenswerten Charaktere. Als Leser fällt es einem leicht sich in Sonja hineinzuversetzen und ihre mangelnde Begeisterung für Weihnachten wird wohl vielen aus der Seele sprechen. Aber auch Bernadette und Karin sowie die Zwillinge und Schwiegermutter Irene oder auch Sonjas Schwester Corinne fand ich sehr gut gelungen.

Und auch die Szenerie hat durchaus Charme. Die Autorin versteht es ihre Schweizer Heimat für den Leser zum Leben zu erwecken und auch wenn ich nicht die geringste Ahnung habe, was die Authentizität ihrer Beschreibungen angeht – ich war noch nie in der Schweiz -, wirkt das ganze doch sehr überzeugend und Schnee und Berge sind halt einfach eine hervorragende Kulisse für eine Weihnachtsgeschichte.

Alles in allem ist „Drei Frauen im Schnee: Weihnachten, Geburtstage und andere Katastrophen“ von Blanca Imboden ein sehr schönes Weihnachtsbuch, in dem sich ernste Themen und locker humorvolle Erzählung die Waage halten und das dadurch durchaus Tiefgang hat, sich aber auch schnell und flüssig durchlesen lässt. Einen halben Stern Abzug gibt es allerdings dafür, dass ich teilweise einige kleinere Probleme mit Frau Imbodens Ausdrucksweise und Schreibstil hatte – aber das sollte niemanden davon abhalten dieses Buch zu lesen.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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