Rezension zu Marie-Antoinette: Das geheime Tagebuch einer Königin von Benjamin Lacombe und Cecile Berly

Hach, Benjamin Lacombe ♥ Ich bin ein großer Fan des französischen Illustrators und Autors und daher immer wieder begeistert, wenn ein weiteres seiner Werke mit einem für mich interessanten Thema ins Deutsche übersetzt wird. „Marie-Antoinette: Das geheime Tagebuch einer Königin“ hat mich von Anfang an faszinieren können und als ich es dann endlich in den Händen gehalten habe, hat meine Begeisterung nur zugenommen.

Der halbleinene Einband ist mit dekorativen Reliefprägungen versehen (die dunkleren, cremefarbenen Schnörkel auf dem Cover) und vermittelt schon auf den ersten Blick einen wirklich hochwertigen Eindruck, der sich nur noch verstärkt sobald man das Buch in die Hand nimmt un aufschlägt. Zwar kommt das Buch nicht einmal auf hundert Seiten, die sind dafür aber umso sehenswerter: Großflächige Illustrationen, durchgehend in Farbe und auf hochwertigem Papier gedruckt, mit den Briefen und Tagebucheinträgen dazwischen.

Die Illustrationen zeigen stets Marie-Antoinette und spiegeln die in den Texten oft nur angedeuteten Emotion wider und erweitern sie mit einer beeindruckenden visuellen Metaphorik – und zahlreichen Möpsen. Die Briefe sind echt – historische Textzeugnisse aus dem Leben Marie-Antoinettes, die die Zeit überstanden haben – wie gut, dass die ehemalige französische Königin die Anweisung ihrer Mutter, ihre private Korrespondenz zu zerstören, offenbar nicht allzu ernst genommen hat. Die Tagebucheinträge sind fiktiv, geschrieben von Bejamin Lacombe, dem die Historikerin Cécile Berly zur Seite stand.

Während mir die Illustrationen durchweg sehr gut gefallen haben, hatte ich mit den Texten, gerade mit den Briefen, teilweise so meine Probleme, denn die sind manchmal doch etwas anstrengend – historische Hintergrundkenntnisse zwingend erforderlich! – und auch die teils Jahre umfassenden Sprünge zwischen den fiktiven Tagebucheinträgen, sorgen dafür, dass Marie-Antoinette trotz allem doch irgendwie unnahbar bleibt.

Insgesamt bekommt „Marie-Antoinette: Das geheime Tagebuch einer Königin“ von Benjamin Lacombe und Cécile Berly von mir für den künstlerischen Aspekt eine 1+ und inhaltlich ist es zwar etwas zu sprunghaft aber sehr gut gemacht. Daher alles in allem fünf Sterne und eine klare Empfehlung für alle Fans Lacombes, Marie-Antoinettes, der Kunst des Rokoko und Frankreichs 😉

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

Alle Beiträge von Rike »

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst die folgenden HTML Codes in deinem Kommentar verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*

%d Bloggern gefällt das: