Rezension zu Nachtmahl im Paradies von Ben Bennett

„Nachtmahl im Paradies“ ist ein Buch, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob ich es jetzt gut fand oder nicht. Denn dieser Roman von Ben Bennett ist erst einmal langweilig. Und das für gute 200 Seiten, also bis weit über die Hälfte hinaus. Der Rest jedoch, der danach noch überbleibt, ist schön. Nur wiegen sich diese beiden Punkte leider einfach nicht auf.

Ich muss zugeben, ich bin enttäuscht von der Umsetzung dieser Geschichte. Denn während ich die Idee an sich toll fand und auch Bennetts Schreibstil als sehr angenehm zu lesen empfunden habe, war es die Umsetzung, die dieses Buch über weite Strecken so langweilig hat werden lassen.

Denn hier ist einfach alles viel zu glatt. Jacques‘ verstorbene Frau Elli war genau so perfekt, wie es die „Neue“ in seinem Leben ist. Keine Fehler, keine Macken, keine Ecken und Kanten. Dadurch sind natürlich auch ihre Aufeinandertreffen mit Jacques völlig weichgespült.

Das hat mich bei den Treffen zwischen Jacques und Elli nicht wirklich gestört, die fand ich sogar eigentlich sehr stimmungsvoll und schön, aber die Begegnungen mit Catherine? Die waren mir zu seicht. So scheint alles, was ihr von diesem griesgrämigen und unverschämten Kerl an den Kopf geworfen wird, schlicht an der Frau abzuprallen, während Jacques irgendwann einfach beschließt, sich dann doch in sie zu verlieben – ein wenig wirkt das, als würde er einfach irgendeinen Schalter umlegen.

Zum Ende hin, auf den letzten hundert Seiten, entfaltet „Nachtmahl im Paradies“ dann allerdings doch noch den Zauber, den ich mir beim Anblick des traumhaften Covers und anhand des Titels und der Inhaltsangabe erhofft hatte. Die Geschichte wird plötzlich viel gefühlvoller, viel fesselnder als zuvor, dieses Langweilige, Glattgespülte, das mich über weite Teile des Buchs so gestört hat, löst sich weitestgehend auf und man bekommt doch noch einen Eindruck davon, was für einen wunderbaren Zauber Autor Ben Bennett mit seiner Erzählung heraufbeschwören kann.

Trotzdem, alles in allem bekommt Ben Bennetts „Nachtmahl im Paradies“ von mir leider nur 2 Sterne, denn auch wenn mich die letzten Seiten davon überzeugen konnten, dass Ben Bennett durchaus in der Lage ist stimmungsvolle, romantische und zauberhafte Geschichten zu schreiben, waren die ersten zwei Drittel einfach nicht meins. Trotzdem werde ich mir vermutlich demnächst noch einmal etwas von Ben Bennett zu Gemüte führen, vielleicht habe ich damit ja mehr Glück 🙂

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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