Rezension zu Schwarzer Mond über Soho von Ben Aaronovitch

In „Schwarzer Mond über Soho“ bekommt es Peter Grant, seines Zeichens Londoner Police Constable und letzter Zauberlehrling Großbritanniens, mit seinem zweiten Fall zu tun. Nachdem er in „Die Flüsse von London“ nicht nur den Streitigkeiten zwischen den Flussgöttern Mama und Papa Themse ein Ende gesetzt hat, sondern auch noch einen mordenden Wiedergängergeist gefasst hat, muss er sich nun mit den mysteriösen Todesfällen einer Reihe von Jazzmusikern auseinander setzen. Und schlittert dabei natürlich erneut Hals über Kopf in magisches Chaos.

Ben Aaronovitch schließt mit seinem zweiten Roman fast nahtlos an die Geschehnisse des ersten Bandes an, nur wenige Wochen sind seit dem vergangen und die waren offenbar weitestgehend ereignislos, außer Lateinvokabeln und explodierenden Zaubersprüchen gab es nicht viel, mit dem sich Protagonist Peter Grant herumschlagen musste. Dafür geht es nach einigen Seiten, auf denen das zuletzt Geschehene noch einmal kurz umrissen wird, direkt wieder zurück zur Action.

Dabei fand ich Peter ebenso sympathisch wie im ersten Band. Allein wie er sich mit seinen Lateinlektionen herumquält weckt auf Anhieb meine Sympathie – nach jahrelanger Schinderei, nur um nachher schick „Latinum“ auf dem Abizeugnis stehen zu haben, kann ich da direkt mitfühlen. Und auch sonst ist er ein rundum gelungener Protagonist, an dessen Seite man sich sehr gerne in diesen Fall stürzt. Er ist ein von Grund auf guter Mensch, hat aber genug Ecken und Kanten, um rundherum realistisch zu wirken. Gerade seine Schwäche, sich immer wieder gerne von allem möglichen ablenken zu lassen und seine Begeisterung für Magie und Naturwissenschaften und dafür die beiden unter einen Hut zu bringen.

Genauso begeistert hat mich auch diesmal die bildreiche Beschreibung der Szenerie, also London bzw. in diesem Fall schwerpunktmäßig Soho und dessen Jazzclubs. Da wird die Atmosphäre quasi zum Greifen dicht und die Stadt beim Lesen regelrecht lebendig. Da gibt es eine Menge Orte, denen man beim nächsten London-Urlaub direkt einen Besuch abstatten möchte und auch historische Informationen gibt es hier wieder einige. Die Liebe für seine Heimatstadt merkt man beim Lesen sowohl dem Autor als auch dem Protagonisten an.

Die Geschichte selbst ist erneut rundherum faszinierend. Voller Action und Magie und so spannend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Erneut war es hier wieder gerade die Mischung aus verschiedenen Genres und verschiedener Elemente, Krimi und Urban Fantasy, Magie und Naturwissenschaften, die mich hier so sehr begeistert hat und das, obwohl ich, bevor ich den ersten Band gelesen habe, ja wirklich skeptisch war wegen dieser Mischung.

Alles in allem eine absolut grandiose Fortsetzung, die locker mit dem ersten Band mithalten kann. Spannend, actiongeladen und absolut magisch. Ungewöhnlich und super atmosphärisch umgesetzt. Leser, denen der erste Band gefallen hat, werden diesen garantiert auch lieben.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu Schwarzer Mond über Soho von Ben Aaronovitch”

  1. Ich liebe diese Reihe und warte jetzt auf Band 4 (den dritten habe ich schon hier stehen, gelesen und rezensiert). Also warte ich sehnsüchtig auf Band 4.

    Liebe Grüße
    Chimiko

    1. Geht mir genau so ^^ Die Bücher sind einfach total klasse, zum Glück erscheint Band 4 ja wohl schon Ende nächsten Monats auf Englisch.
      Die Rezi zu Band 3 gibt es übrigens nächste Woche 😉

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