Rezension zu Der Galgen von Tyburn von Ben Aaronovitch

Ich war ja doch sehr zögerlich, als es darum ging, dieses Buch anzufangen. Denn an den fünften Band von Ben Aaronovitchs „Die Flüsse von London“ Serie, „Fingerhut-Sommer“ konnte ich mich quasi gar nicht erinnern. Allerdings wurde mir dann versichert, dass der Teil auch relativ irrelevant war, Band 6 hingegen wieder deutlich besser und ich habe mich schlussendlich doch an „Der Galgen von Tyburn“ heran gewagt – und es tatsächlich nicht bereut!

Der sechste Fall von Peter Grant, Londoner Police Constable und Zauberlehrling, beginnt erstmal reichlich un-paranormal, nämlich mit dem Tod einer Teenagerin, die auf einer Party eine Überdosis erleidet. Nur dass eine alte Bekannte plötzlich darauf besteht, einen Gefallen einzulösen, den Peter ihr noch schuldet und plötzlich geht es wieder drüber und drunter in seinem Leben. Es gibt eine ganze Reihe von Handlungssträngen, die aufeinander zu laufen und aus denen sich eine ausgesprochen spannende Geschichte ergibt, auch wenn es hier und da mal etwas unübersichtlich ist und es eine Weile dauert, bis man all die losen Fäden unter einen Hut bringen kann.

Dieses Mal leider ohne Zitate, weil ich Depp vergessen habe, beim Lesen mit dem Textmarker im Buch rumzukritzeln und natürlich auf Anhieb keine relevante Stelle wiederfinde 😅

Nach dem letzten Band hat dieser hier daher auch einen großen Pluspunkt: Er treibt die Haupthandlung rund um den Gesischtslosen, den Haupt-Antagonisten, tatsächlich fort, statt in irrelevanten Nebenhandlungen zu versinken. So werden hier endlich einige lang offene Fragen beantwortet – und eben so viele neue aufgeworfen. Man erfährt vieles, auf das man schon lange gewartet hat, es wir aber auch eine spannende Ausgangsposition für weitere Bände geschaffen. Zusammen mit dem gewohnt guten Schreibstil des Autors entsteht dadurch eine fesselnde, faszinierende Geschichte, die mich von der ersten bis zur letzten Seite in ihren Bann ziehen konnte.

Etwas, das mich ganz besonders begeistert hat, war auch Sahra Guleed, Kick-ass Polizistin und snarky Muslima und Peters Partnerin in dieser Ermittlung. Sie ist einfach cool und eine perfekte Ergänzung zu Peter. Überhaupt mag ich den Witz und Humor in diesen Büchern, er liegt mir einfach und auch die oftmals selbstironische Art, mit der Peter die Vorgänge kommentiert, ist super unterhaltsam. Und Guleed passt da nun einmal hervorragend hinein.

Alles in allem ist Ben Aaronovitchs „Der Galgen von Tyburn“ damit eine super gelungene Fortsetzung. Die Charaktere, allen voran natürlich Peter, sind gewohnt unterhaltsam und die Geschichte ebenso spannend wie die Dialoge humorvoll. Aber auch im Hinblick auf die Serie ist der Band überzeugend, denn die Haupthandlung wird weiter getrieben und es gibt lang ersehnte Antworten, während neue Probleme auftauchen – Stoff für weitere Teile der Serie ist also da. Daher gibt es von mir auch eine dicke Empfehlung für alle Fans der Serie!

Für Fans von…

  • Krimi & Urban Fantasy Mash-Ups
  • britischem Humor
  • den ersten Bänden – zumindest 1-4

Was andere Blogger sagen:

Habt ihr das Buch gelesen und rezensiert? Dann lasst mir doch einen Kommentar da und ich verlinke eure Rezension hier 😊

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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