Rezension zu Jenseits des Schattentores von Beate Teresa Hanika & Susanne Hanika

Oh weia… Wie konnte das bloß so schiefgehen? Ich mein, „Jenseits des Schattentores“ von Beate Teresa Hanika und Susanne Hanika verspricht griechische Mythologie vor römischem Setting auf über 500 Seiten. Öhm, okay, griechische Götter in Rom? Eventuell hätte ich da schon etwas skeptisch werden sollen, aber okay, Persephone und Hades klingt halt einfach cooler als Proserpina und Pluto. Oder so… 😆

Unglücklicherweise fand ich den Roman dann aber leider absolut langweilig. Ja, es gibt Götter und Mythologie und eine Tour quer durch Rom und eine Leiche und bla, aber vor allem gibt es die ersten vierhundert Seiten lang ein einziges großes Rätselraten. Dummerweise ist das aber wenig spannend, da es mir hauptsächlich so vorkam, als würden die Autorinnen versuchen um jeden Preis Spannung zu erzeugen, in dem sie den Leser möglichst lange im Dunkeln tappen lassen.

So wird man in die Handlung geschmissen und stellt sich seitenlang Fragen wie „Was sollten die seltsamen Aufträge, die Aurora ihr Leben lang erfüllen sollte?“, „Warum sollte Luna den Typen entführen, den sie aus Versehen geköpft hat“ und vor allem „Wieso um Himmels willen geht Aurora nicht einfach wieder nach Hause?!“, ach und natürlich „Welche Rolle spielt Leon in dem ganzen Wirrwarr?“. Fragen über Fragen und absolut null Antworten, wirklich Spaß macht das nicht.

Dazu kommt die Erzählstruktur, mit der ich immer wiedersehr zu kämpfen hatte, denn die Handlung wechselt ohne große Ankündigung zwischen Persephones Ich-Perspektive und Auroras Abschnitten in der dritten Person, wobei Persephone, oder Pippa, wie ihre Freunde sie auch nennen (häh?), zwischenzeitlich von Aurora und ihren Erlebnissen erzählt und ihre eigenen Gedanken über sie dabei so formuliert, dass es oft ein ziemliches Verwirrspiel war, herauszufinden, bei wem die Erzählung jetzt gerade ist.

Mein allergrößtes Problem war aber, dass ich nach 150 Seiten schon total gelangweilt war, weil die Geschichte immer nur mit neuen Fragen nie aber mit wirklicher Spannung oder Antworten daher kam. Und vor allem war die Handlung nach 150 von fast 500 Seiten schon so gut wie völlig durchsichtig, auch wenn ich immer noch auf irgendeine überraschende Wendung gehofft habe. Stattdessen ist die Handlung nicht ansatzweise spannender geworden und meine Prognose von Seite 153 hatte sich auf Seite 480 größtenteils erfüllt. Denke ich, denn ich hab es irgendwann einfach nicht mehr ausgehalten und nur noch quergelesen.

Alles in allem haben Beate Teresa Hanika und Susanne Hanika mit „Jenseits des Schattentores“ einen Roman geschrieben, der mich kaum mehr hätte enttäuschen können. So viel Potential in eine so langweilige Geschichte zu verpacken… Das war mal ganz eindeutig nichts für mich…

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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