Rezension zu Die Macht der Liebe von Barbara L. Fredrickson

Diesem Buch stehe ich ziemlich, ziemlich zwiegespalten gegenüber. Dabei hat meine Zwiespältigkeit nicht das geringste damit zu tun, dass ich mit vielen Ansichten der Autorin so definitiv nicht konform gehe. Denn damit hatte ich bei diesem Buch auch gar nicht gerechnet, ich habe mich ganz im Gegensatz sehr auf diesen anderen Blickwinkel gefreut. Leider fand ich die Art der Autorin und damit auch die Umsetzung dieses Themas nicht wirklich toll.

Die Autorin hat durch ihre Ausdrucksweise auf mich immer wieder den Eindruck geweckt, dass für sie ihre eigene Meinung alles ist. Ihre Forschungsergebnisse belegen eindeutig, dass sie recht hat und sonst keiner (außer natürlich denen, die die gleiche Meinung vertreten wie Frau Fredrickson). Solche Einstellungen, besonders wenn sie dann noch mit direkten, kompromisslosen Apellen an den Leser daher kommen, kann ich nicht ausstehen. Konnte ich bei meinen Lehrern in der Schule schon nicht, kann ich bei meinen Dozenten und Professoren in der Uni nicht und kann ich auch bei Autoren jeglicher Fachliteratur nicht. Ja, wenn man seine Meinung mit Forschung belegen kann, ist das super, aber man sollte meiner Meinung nach trotzdem nie die alleinige Wahrheit für sich in Anspruch nehmen – und genau den Eindruck hat dieses Buch auf mich stellenweise eben gemacht.

Trotzdem, die Ideen fand ich faszinierend, auch wenn ich ihnen nur selten zustimmen konnte, und genauso wie es, gerade im ersten Teil des Buchs, viele Abschnitte gab, durch die ich mich ziemlich durchkämpfen musste und die recht zäh und nur begrenzt interessant waren, gab es auch wirklich gut gemacht Abschnitte, mit vielen spannenden Infos, die mich teilweise auch sehr zum Nachdenken angeregt haben – vor allem im zweiten Teil, der mich zumindest etwas mit dem ersten Teil versöhnen konnte. Daher aber mein Zwiespalt gegenüber diesem Sachbuch, das ich gerade während der ersten vier Kapitel das eine oder andere Mal gerne einfach in die nächste Ecke gepfeffert hätte.

Es mag gut sein, dass ich vieles hier jetzt doch recht überspitzt darstelle, das muss jeder für sich entscheiden, aber so ist nun einmal meine subjekive Wahrnehmung gewesen. „Die Macht der Liebe“ von Barbara L. Fredrickson ist nicht das, was ich mir erhofft hatte, denn auch wenn ich die Ansätze der Autorin wirklich sehr interessant fand, musste ich mich stellenweise doch sehr durch dieses Buch durchbeißen und die autoritäre Art der Autorin hat mich genervt. Dafür gibt es zwiegespaltene 2,5 Sterne und leider keine Empfehlung…

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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