Rezension zu Fürchte nicht das tiefe blaue Meer von April Genevieve Tucholke

April Genevieve Tucholke - Fürchte nicht das tiefe blaue MeerLovelyBooks - In dein Regal stellenApril Genevieve Tucholke – Fürchte nicht das tiefe blaue Meer
 
Originaltitel: Between the Devil and the Deep Blue Sea
Verlag: cbt
Format: Taschenbuch
Seiten: 384
ISBN: 978-3570308844
 
 
[mygenres]  
 

Ein Mystery-Thriller mit Sogwirkung …

In Violet Whites verschlafenem Küstenort ist nicht viel los – bis River West in Violets Gästehaus einzieht. Plötzlich wird ein Phantom gesichtet, Kinder verschwinden und ein Mann bringt sich um. Hat River damit zu tun? Er weicht jeder Frage über seine Vergangenheit aus. Violets Großmutter hat sie vor dem Teufel gewarnt – aber dass er ein Junge sein könnte, der viel Kaffee trinkt, gerne in der Sonne schläft und Violet auf dem Friedhof so küsst, dass man zurückküssen möchte – das hat sie nicht gesagt. Während der Horror eskaliert, verliebt sich Violet so heftig, dass sie River nicht mehr widerstehen kann – und genau das ist seine Absicht …

 
 
Meinung:
 
„Fürchte nicht das tiefe blaue Meer“ hat sich sehr zu meinem Bedauern leider als ein nur wenig gelungenes Buch herausgestellt. Dabei ist es zumindest vom Schreibstil her ein wahrer Genuss. April Genevieve Tucholke versteht es bildgewaltige Welten und dichte Atmosphären zu schaffen und auch ihr Umgang mit Metaphern sorgt dafür, dass es einem als Leser leicht fällt in ihre Geschichte einzutauchen, denn dank Tucholkes Schreibstil erwacht die Erzählung beim Lesen quasi vor dem inneren Auge des Lesers zum Leben.

Warum ich das Buch dann trotzdem für nur wenig gelungen halte? Leider leidet auch Tucholkes Debüt „Fürchte nicht das tiefe blaue Meer“ an diesem einen Problem, dieser „Krankheit“, die viel zu viele aktuelle Jugendbücher heimzusuchen scheint: Absolut nervtötende und klischeehafte Charaktere.

Protagonistin Violet ist dabei zu Beginn sogar eine eigentlich wirklich sympathische Figur. Sie ist klug, nett und mit einer nicht gerade unbeachtlichen Bürde belastet. Doch unglücklicherweise löst sie sich quasi vollständig in Klischees auf, kaum dass der mysteriöse River West seinen Auftritt hat.

Daher können leider auch der faszinierende und stimmungsvolle Schreibstil sowie die an sich ja gar nicht so schlechte Idee nicht darüber hinweg täuschen, dass die Liebesgeschichte in diesem Buch lediglich ein wandelndes Klischee ist, was an sich ja noch nicht so tragisch gewesen wäre, wären die Figuren nicht auch sonst in so ziemlich jeglicher Hinsicht völlig unsinnig was ihre Taten und Gedanken angeht.

So ist es zwar eine Tatsache, dass es in diesem Buch unter anderem auch um Gedankenkontrolle und -manipulation geht, leider rechtfertigt es jedoch nicht den Umgang der verschiedenen Figuren, besonders von Protagonistin Violet, mit der Vielzahl an brutalen und blutrünstigen Szenen, die das Buch zu bieten hat. Denn auch wenn für Violet eigentlich klar ist, dass River Schuld an diesen Dingen ist, reicht es ihr doch ihm gegenüber kurz ihr Missfallen zu äußern bevor sie wieder anfängt ihn hemmungslos anzuschmachten.

Und das geht einfach nicht. Nicht nur, dass solche Reaktionen einen völlig falschen Umgang mit solchen Themen vermitteln, sie machen auch einfach keinen Sinn, weil kein normaler Mensch solche Dinge einfach mal eben wegsteckt, abhakt und wieder zum Alltag übergeht. Da hilft dann auch das Thema Gedankenkontrolle nur noch begrenzt weiter.

Schade, aber alles in allem hat mich „Fürchte nicht das tiefe blaue Meer“ nach einem vielversprechenden Anfang doch ziemlich enttäuscht. Trotzdem würde ich gerne noch etwas von April Genevieve Tucholke lesen, da mir ihr Schreibstil wirklich hervorragend gefallen hat.
 
 


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Mit herzlichem Dank an den cbt Verlag, der so freundlich war, mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen
cbt
 
 
3 Sterne - Okay
 
 

 
 
Die Autorin
 
April Genevieve Tucholke liebt Filmklassiker, rothaarige Bösewichter, geräumige Küchen und Gespräche über Mordfälle beim Abendessen. Sie und ihr Mann – ein Bibliothekar und Journalist – leben in Oregon. Fürchte nicht das tiefe blaue Meer ist ihr erster Roman.
 
 

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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