Rezension zu Deadline 24 von Annette John

Das erste, was bei diesem Buch auffällt, ist wie sehr Cover und Titel doch auf den Inhalt abgestimmt sind. Vor allem der Titel „Deadline 24“ zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Geschichte und steht im Zentrum einer ebenso unerwarteten wie unglaublichen Wahrheit, der die Charaktere im Laufe der Geschichte auf die Spur kommen.
Der Ausdruck „Deadline 24“ bezieht sich allerdings nicht auf 24 Stunden, die den Charakteren bleiben, um die Welt zu retten, oder irgendetwas in der Art. So viel kann man auf jeden Fall verraten, ohne irgendetwas von der Spannung des Buchs zu nehmen.
Was die Geschichte angeht, wird schnell klar, dass es sich zwar um einen der gerade so modernen YA-Dystopia-Romane handelt, dieser sich jedoch deutlich positiv von vielen Vertretern dieses Genres unterscheidet. Besonders faszinierend ist dabei die Art der Autorin die Orte, die sie geschaffen hat, bis ins kleinste Detail zu beschreiben, sodass sie der Leser mit etwas Fantasie tatsächlich vor seinem inneren Auge sieht.
Außerdem sollte man wohl betonen, dass dieses Buch, im Gegensatz zu vielen anderen YA-Dystopien, nicht um eine Liebesgeschichte kreist oder sich zumindest in weiten Teilen einer solchen widmet. Im Gegenteil, es geht zwar auch sehr viel um Gefühle und natürlich bleiben auch die einen oder anderen romantischen Gefühle nicht aus, aber das Gefühlsleben der Charaktere wurde von der Autorin deutlich vielschichtiger konzipiert und die Romanzen drängen sich nicht, wie es sonst oft der Fall ist, ohne Rücksicht auf Verluste in den Mittelpunkt der Geschichte.
Das Buch ist allerdings nichts für ungeduldige Leser, die gerne den Überblick haben und nicht wie die Charaktere im Dunkeln gelassen werden wollen. Denn die „Auflösung“ der Deadline 24 ist in meinen Augen nahezu unvorhersehbar. Ich selbst bin genau wie die Charaktere über weite Strecken der Geschichte im Dunkeln getappt, war verwirrt und irritiert darüber, dass niemand weiß, wie es wirklich zu den Zuständen gekommen ist, die im Jahr 2124 (oder vllt. auch 2224 oder irgendetwas in dem Dreh) die Erde beherrschen und hatte bis zum Schluss keine wirklich Ahnung davon, was tatsächlich passiert ist.
Wer sich von diesem Gefühl der Ahnungslosigkeit aber nicht abschrecken lässt, der wird mit 376 Seiten actionreicher, wohldurchdachter Spannung belohnt, die das Buch zu einem absoluten Page Turner machen, ohne dass es dabei an ruhigen Szenen oder Tiefgang mangelt.

Fazit:

Auch wenn das Buch auf den ersten Seiten den Eindruck einer recht anspruchslosen und nicht einmal besonders guten Lektüre machen mag, hinterlässt es doch einen nachhaltigen Eindruck.
Für Fans des Genres und auch für Leute, die mit der breiten Masse der aktuellen YA-Dystopien vielleicht nicht so viel anfangen können, definitiv empfehlenswert!

Das Cover:

Das Cover finde ich wirklich gelungen, denn es vermittelt direkt einen Eindruck von dem, was einen in der Geschichte erwartet, mit der Wabentextur wird direkt auf die Drahtkuppeln, unter denen Sally und die anderen Ödlandfarmer leben, angespielt und der Titel, der einem sofort ins Auge springt, ohne dass man ihn wirklich einordnen kann, zieht einen direkt in seinen Bann.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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