Rezension zu Im Schatten des Drachenfels von Anne Krauschwitz

Helen Frank´s Freundin Charly verschwindet spurlos bei einem Ausflug auf den Drachenfels. Außer Helen glaubt niemand an ein Verbrechen und so macht sie sich alleine auf die Suche nach ihrer Freundin, die ihr einmal viel bedeutet hat. Viel weiß sie nicht mehr über deren Leben, seit der gemeinsamen Studienzeit und den ersten Jahren danach haben die Beiden sich mehr als zehn Jahre nicht mehr gesehen. Kaum hat sie mit ihrer Suche begonnen wird sie von anonymen Anrufen belästigt und fühlt sich verfolgt. Da ihr niemand so recht glauben will, gerät sie mehr und mehr in eine psychische Krise.

Anne Krauschwitz hat hier einen spannenden psychologischen Krimi geschrieben, der ohne große Gewalt auskommt, die Morde geschehen eher am Rande. Das Netz aus Verunsicherung und Angst zieht sich immer enger um ihre Hauptfigur Helen zusammen und der Leser leidet bei jeder Panikattacke nahezu körperlich mit. Sehr früh kann der Leser schon ahnen, wer hinter den Geschehnissen steckt und diese Tatsache hat in mir manchmal einen leichte Ungeduld erzeugt, weil Helen bis zum Schluss ahnungslos bleibt und resistent gegen jedes Argument.  Die Beschreibungen von Bonn und Umgebung sind sehr anschaulich und lassen die Landschaften vor dem inneren Auge entstehen, auch für Nicht-Rheinländer.

Veröffentlicht von ChristineBorg

ChristineBorg aka Frau Borg brachte als Krimi-Rezensentin etwas Abwechslung in die Buchauswahl auf "Anima Libri - Buchseele". Ihre Spezialität: Regionalkrimis deutschsprachiger Autorinnen. Frau Borg ist nicht länger als Rezensentin für diesen Blog tätig.

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1 Kommentare zu “Rezension zu Im Schatten des Drachenfels von Anne Krauschwitz”

  1. Man kann sich leicht vorstellen, dass es Verbitterung auslöst, wenn der begehrte Liebespartner vor der Nase weggeschnappt wird. Dass das aber dazu führen soll, einen über Jahrzehnte dauernden Privatkrieg mit subtilsten Mitteln und über Hunderte von Kilometern zu führen, weicht schon stark von jeder realen Erfahrung ab. Realistisch in diesem Roman ist allenfalls der Stalker, allerdings eine Randfigur, weil kein Täter.

    Eine besonders herbe Zumutung stellt aber der Schluss dar: Deus ex Machina in Gestalt des sechszehnjährigen Sohnes der Protagonistin.

    Der Roman ist streng genommen eine ernsthafte Zumutung an den Leser.

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