Rezension zu Akademie der Dämmerung von Anne Applegate

Oh weia… Was genau ich von „Akademie der Dämmerung“ von Anne Applegate halte? Ich habe nicht den blassesten Schimmer. Eigentlich ist die ganze Geschichte schon klar, nachdem man die Inhaltsangabe gelesen hat. Es sei denn, man hat’s nicht mitbekommen, dann macht die ganze Geschichte über weite Strecken einfach so gar keinen Sinn.

Wer Spoiler vermeiden will, der sollte die nächsten zwei Absätze vermeiden. Wer den Hinweis in der Inhaltsangabe schon entdeckt hat und Bestätigung sucht oder einfach wissen will, was er da überlesen hat, der kann gerne weiter lesen…

Eine Akademie namens Lethe, ein Schulbesitzer namens Charon, Goldmünzen, die plötzlich bei den Schülern auftauchen und Schüler, die kurz nach dem Erhalten dieser Münzen verschwinden – ohne, dass sich irgendwer darum zu kümmern scheint.

Klingelt da irgendwas? Nein? Dann empfehle ich eine kurze Recherche zur griechischen Mythologie der Unterwelt, in der der Fluss Lethe und der Fährmann Charon eine entscheidende Rolle beim Übergang ins Totenreich spielen. Und das ist eigentlich auch schon alles was es mit „Akademie der Dämmerung“ auf sich hat.

Diese Thematik hat Anne Applegate in einen Haufen relativ Klischee belasteter Internatsszenen eingepackt. Spannung entsteht dabei keine, denn entweder man weiß durch die Inhaltsangabe, was Sache ist und fragt sich, wann die Figuren dahinter kommen oder man hat es nicht mitbekommen und fragt sich mehr als Dreiviertel des Buchs über, was genau hier eigentlich vorgeht und was man eigentlich verpasst hat, damit die Geschichte endlich einen Sinn ergibt.

Und die große Auflösung? Die kommt in Form ausführlichster Dialoge daher, in denen alles haarklein erklärt wird – Alles! Haarklein! Als würde der betreffende Charakter die ganzen ersten… hm… ca. 80-90% des Buchs noch einmal kommentiert zusammenfassen. Spannend ist meiner Meinung nach anders.

Dazu kommen Charaktere, die mir im Endeffekt einfach völlig egal waren. Ja, hin und wieder ergibt sich durch die Kombination aus ansatzweiser Charakterentwicklung der Thematik der eine oder andere ganz nette Ansatz, aber das hat nichts daran geändert, dass ich das Gefühl hatte, dass die ersten 80% der Geschichte einfach überflüssig sind und die Charaktere völlig uninteressant.

Alles in allem für mich ein totaler Reinfall, obwohl hier und da ein paar wirklich interessante Ideen drin sind. Aber da die ersten deutschen Rezensionen ja vor Begeisterung nur so sprühen, scheint Anne Applegate mit „Akademie der Dämmerung“ ja doch den Nerv vieler Leser getroffen zu haben… Von mir gibt es aber eindeutig keine Empfehlung.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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