Rezension zu Die Schule der Nacht von Ann A. McDonald

Dieser Roman klang einfach zu verlockend. Die Inhaltsangabe zu Ann A. McDonaldsDie Schule der Nacht“ hat mich direkt fasziniert: Die Geschichte spielt in Oxford, eine Stadt, die ich sowieso total interessant finde, und es gibt eine düstere Geheimgesellschaft und eine junge Frau, auf der Suche nach Informationen über die Vergangenheit ihrer Mutter. Klang super und ein Teil der Punkte war auch wirklich klasse umgesetzt.

So fand ich den Schreibstil der Autorin von der ersten Seite an sehr angenehm zu lesen und ihre Beschreibungen des Settings, der Stadt Oxford und der Universität, schlichtweg faszinierend. Dann wird so nach und nach mehr über den Hintergrund der Protagonistin Cassandra deutlich: Aufgewachsen in Pflegefamilien, nachdem ihre anscheinend gewalttätige Mutter Selbstmord begangen hat, verlässt sie mit 16 das System. Bis sie plötzlich mysteriöse Post bekommt und beschließt, nach Oxford zu Reisen, um sich auf die Spuren ihrer Mutter zu begeben. Dabei beweist sie dann auch noch schnell mit ein paar Tricksereien, dass sie mehr als intelligent genug ist, um als Stipendiatin nach Oxford zu kommen. Ich muss sagen, an dem Punkt gab es bei mir schon ein wenig Stirnrunzeln. Es wirkte einfach alles ein bisschen arg abstrus.

Wissen.
Es war einfach, viel leichter als jedes ihrer anderen Verbrechen.

Die Schule der Nacht von Ann A. McDonald

Unglücklicherweise wurde es auch irgendwie nicht besser. Das lag wohl hauptsächlich daran, dass ich schlicht und ergreifend gar nichts mit Cassandra anfangen konnte. Ja, ja, sie hat einen schwierigen Hintergrund und so weiter und so fort, aber muss sie deshalb so nervig sein? Ich weiß, dass viele sie als eine starke Protagonistin wahrgenommen haben, bei mir ist sie aber leider oftmals eher als eiskaltes Miststück angekommen, dessen Motivation nicht immer so richtig nachvollziehbar war. Das war auch das eigentlich Problem, denn auch unsympathische Charaktere können super interessant sein, wenn denn nur die Motivation stimmt. War hier aber für mich leider nicht der Fall, offenbar waren Cassandra und ich so gar nicht auf einer Wellenlänge.

Wahrscheinlich hätte ich dem Roman trotzdem 3 oder sogar 4 Sterne gegeben, einfach weil man den Schilderungen von Oxford anmerkt, wie sehr die Autorin die Stadt mag, und man sich wirklich dorthin versetzt fühlt. Dass es aber letztendlich nur für 2 Sterne gereicht hat, liegt am Highlight dieses Buchs, dem Ende! Denn das ist… Ich habe wirklich keine Ahnung, was genau das sollte, das Ende ist meiner Meinung nach eine Katastrophe. Es passt vorne und hinten nicht zum Rest der Geschichte und zieht diese total ins Lächerliche. Viele andere Rezensenten haben geschrieben, dass sie hier jeden Augenblick damit gerechnet haben, dass Buffy einen Auftritt hinlegt, und ich muss sagen, das trifft es eigentlich ganz gut. Das Ende war einfach absurd. Und da ich jemand bin, der super stark davon beeinflusst wird wie das Ende einer Geschichte ist und für den eine Geschichte ganz schnell durch ihr Ende komplett gerettet oder ruiniert werden kann, bedeutet das im Fall von „Die Schule der Nacht“ leider nichts Gutes.

Wer würde sie sein, wenn das hier vorbei war? Woran würde sie sich noch festhalten können, wenn es irgendwann nichts mehr gab, dem sie nachjagen konnte?

Die Schule der Nacht von Ann A. McDonald

Mein Fazit? Es war einfach nicht meins. „Die Schule der Nacht“ von Ann A. McDonald glänzt meiner Meinung nach mit einem tollen Schreibstil und einem super Setting, hat aber so einige Schwächen in der Handlung, die leider teils einfach nicht voran kommt, und ich persönlich konnte überhaupt nichts mit der Protagonistin anfangen. Dazu kommt ein ausgesprochen seltsames Ende, das wirklich nicht hätte sein müssen. Super viel Potential und ein tolles Grundgerüst, aber für mich dann doch zu viele entscheidende Elemente, die nicht gestimmt haben. Schade!

Für Fans von…

  • Supernatural Thrillern
  • Geheimgesellschaften
  • Oxford

Was andere Blogger sagen:

„“Die Schule der Nacht“ war für mich eine sehr oberflächliche Geschichte über ein Elite-College und
eine „düstere“ Geheimgesellschaft.“

„McDonald hat einen flüssigen, schönen Schreibstil und ich mag es auch, dass sie aus der dritten Person schrieb, dennoch zu langatmig und zu verständnislos.“

„„Die Schule der Nacht“ bekommt von mir trotz kleiner Mängel eine Leseempfehlung. “

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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1 Kommentare zu “Rezension zu Die Schule der Nacht von Ann A. McDonald”

  1. Hallo Hannah,
    das Buch liegt noch bei mir auf dem SUB, weil es mir bei Erscheinen einfach direkt angesprochen hat. Schade, dass es dir nicht so gut gefallen hat aufgrund der Protagonistin und so.
    Mal sehen, wie es mir so gefallen wird.

    Liebe Grüße,
    Katja 🙂

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