Rezension zu Drache und Phönix: Goldene Federn von Angelika Monkberg

Venedig… Hach, ich liebe diese Stadt einfach, egal ob als Urlaubsziel oder Schauplatz irgendwelcher Bücher. Wenn in diesen Büchern dann auch noch Magie oder phantastische Wesen drin vorkommen, umso besser. Und eigentlich erfüllt „Drache und Phönix: Goldene Federn“ von Angelika Monkberg diese Voraussetzungen bestens. Trotzdem war das Buch leider einfach nicht meins.

Das liegt unter anderem auch daran, dass ich hier erneut, wie schon bei „Das helle Kind: Krönungsssteine„, feststellen muss, dass ich mit dem Konzept von dotbooks (und vielen, vielen anderen eBook-Verlagen), Bücher häppchenweise zu veröffentlichen, einfach nichts anfangen kann. So erscheint „Drache und Phönix“ in insgesamt sieben Teilen, von denen jeder vermutlich um die 180-190 Seiten haben wird.

Das bedeutet für diesen ersten Teil, dass er im Grunde nicht mehr ist als die Exposition der Geschichte. Die Charaktere werden vorgestellt, ihre Geheimnisse angedeutet und ihre Beziehungen erkundet sowie der historische Hintergrund beleuchtet. Viel mehr passiert auch nicht auf den gerade einmal 186 Seiten. Zwar merkt man gerade der Darstellung des historischen Venedigs die große Liebe zum Detail an, mit der die Autorin hier ihre Kulisse aufbaut, und auch erotisches Knistern gibt es immer wieder mal, nur die Handlung an sich, von der ist hier noch nicht allzu viel zu sehen.

Und das nervt mich leider einfach etwas. Denn dadurch hatte ich das Gefühl, dass das Buch geradezu brutal zerstückelt wurde und gerade, wenn man langsam anfängt, sich mit den Figuren anzufreunden und in die Geschichte einzutauchen, ist das ganze auch schon wieder vorbei. Es ist eben nur der Prolog zu einem 1300 Seiten Epos…

Und zugegeben, ich mochte Jan Stolnik auch nicht. Seine Hintergründe sind verwirrend und undurchsichtig und seine Motivation meistens für mich einfach nicht so ganz nachvollziehbar. So ist es mir ein Rätsel, woher seine Obsession mit Dame Phönix kommt und auch wieso der Phönix ihm zwar ein Begriff ist, er sich aber offenbar nie mit der Legende dahinter beschäftigt hat, war für mich unverständlich – man sollte doch meinen, er hätte sich vielleicht mal bemüht herauszufinden, ob es noch andere Wesen wie ihn gibt.

Generell bleiben die Figuren dafür, dass dieser Teil eigentlich nur dazu dient sie vorzustellen, erstaunlich flach und unnahbar und im Falle von La Fiametta auch recht nervig. Hier hätte man die 186 Seiten doch wesentlich besser nutzen können, um nicht nur der historische Kulisse sondern auch den Figuren eine gewisse Tiefe und Dreidimensionalität zu verschaffen.

Schade, aber alles in allem konnte mich Angelika Monkberg mit „Drache und Phönix: Goldene Federn“, dem Auftakt ihres Fantasyepos, leider nicht begeistern. Vielleicht hätten hier ein paar hundert Seiten mehr den entscheidenden Unterschied gemacht, so auf sich allein gestellt ist der erste Teil von „Drache und Phönix“ zwar nicht schlecht, denn die Idee und die historische Kulisse sind großartig, im Bereich Charaktere und Handlung ist die ganze Angelegenheit allerdings noch mangelhaft und definitiv ausbaufähig.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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