Rezension zu Liebe im Trinkgeld inbegriffen von Alison Grey

Also zuerst einmal muss ich mich doch etwas über den Titel aufregen, den finde ich nämlich recht grässlich. Außerdem war ich total verwirrt, als ich das Buch ausgepackt habe, weil ich es nämlich noch unter dem Titel „Familie auf Bestellung“ im Hinterkopf hatte – der Titel hätte meiner Ansicht nach übrigens sogar besser gepasst, auch wenn beide irgendwie nicht so richtig toll sind. Aber nun heißt das Buch nun mal „Liebe im Trinkgeld inbegriffen“ und davon wird der Alison Greys Roman inhaltlich ja eigentlich nicht schlechter. Mir zumindest hat er trotzdem ziemlich gut gefallen.

Dabei bin ich eigentlich absolut kein Fan von Hauptfiguren, die so unsympathisch sind wie Madison. Denn die ist wirklich alles, schön, reich, etc. pp. aber bestimmt keine Sympathieträgerin – zumindest zu Beginn des Romans nicht. So glänzt sie in meinen Augen nicht gerade, als sie den Entschluss fällt, ihrem Partygirl-Dasein ein jähes Ende zu setzen und sich stattdessen eine Alibifamilie zu suchen, damit ihr Drache von Großmutter sie nicht aus dem Testament streicht. Sie ist der Ansicht, dass man sich mit genügend Geld alles kaufen kann und realisiert dabei gar nicht, wie einsam sie eigentlich ist.

Dafür sind Sherry und ihr kleiner Sohn Jake deutlich sympathischer. Die alleinerziehende Mutter versucht sich mit mehreren Jobs über Wasser zu halten und kann ihrem Sohn doch nicht mehr bieten als einen schäbigen Wohnwagen. Als Madison ihr anbietet (wobei das eigentlich ein viel zu freundliches Wort für den ganzen Vorgang ist, es gleicht mehr einer Erpressung) sie dafür zu bezahlen ihre Freundin zu spielen, kann sie also gar nicht anders als nein zu sagen, auch wenn ihr die ganze Sache eigentlich von Grund auf widerstrebt.

Mit Mad und Sherry knallen in „Liebe im Trinkgeld inbegriffen“ zwei gänzlich unterschiedliche Menschen aus komplett gegensätzlichen Welten aufeinander, die eigentlich in so ziemlich jedem Punkt völlig unterschiedliche Meinungen und Ansichten haben – und doch verschwimmen die Grenzen ihrer Scheinbeziehung schnell. Etwas zu schnell für meinen Geschmack, gerade Madison legt innerhalb kürzester Zeit so grundlegende Wandlungen hin, dass sie nicht mehr wirklich glaubhaft rüber kommen. Trotzdem ziehen die beiden Protagonistinnen, ihre Beziehung und die Figuren um sie herum einen schnell in ihren Bann.

Natürlich hat Alison Grey mit ihrem Roman das Rad nicht neu erfunden, aber nichtsdestotrotz hat mir „Liebe im Trinkgeld inbegriffen“ sehr gut gefallen. Es ist sicherlich alles andere als frei von Klischees und Kitsch, aber trotzdem eine schöne Lektüre für einige unterhaltsame Lesestunden. Für vier Sternchen und eine Empfehlung reicht es daher definitiv! 😉

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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