Rezension zu Land des Todes von Alison Croggon

Alison Croggon - Land des TodesLovelyBooks - In dein Regal stellenAlison Croggon – Land des Todes
 
Originaltitel: Black Spring
Verlag: Bastei Lübbe
Format: Taschenbuch
Seiten: 288
ISBN: 978-3404207084
 
 
[mygenres]  
 
 

Land des Todes — so heißt der raue Norden, in dem die Magie noch wild und gefährlich ist. Hier wachsen Lina, die Tochter des Lords, und ihr adoptierter Ziehbruder Damek gemeinsam auf. Zwischen ihnen entsteht eine innige, fast obsessive Freundschaft. Doch Linas Leben steht unter einem unheilvollen Stern: Sie ist eine geborene Hexe — und im Norden ist Magie nur Männern erlaubt. Allein der mächtige Stand ihres Vaters schützt Lina. Als er stirbt, beginnt für sie eine Zeit der Demütigung. Doch Damek, der Lina abgöttisch liebt, sieht nicht tatenlos zu …

 
 
Meinung:
 
Mit ihrem Roman „Land des Todes“ hat Autorin Alsion Croggon den Klassiker „Wuthering Heights“ (Sturmhöhe) in ein neues Gewand gekleidet. Unglücklicherweise muss ich bei jeder Erwähnung des Brontë-Klassikers an „Twilight“ denken, eine Assoziation, die mich selbst tierisch nervt und die dummerweise auch dafür sorgt, dass ich direkt einen gewissen Widerwillen gegenüber allem empfinde, das sich mit diesem Stoff auseinandersetzt. Zum Glück war mir vorher allerdings nicht bewusst, dass sich die Autorin mit diesem Buch an einer fantastischen Neuerzählung des klassischen Stoffs versucht.

Ein Versuch, der meiner Meinung nach sehr gut gelungen ist. Dabei ist der Einstieg erst einmal schwierig, zumindest wenn man nicht weiß, dass es sich hier um eine Nacherzählung handelt bzw. Wutherhing Heights nicht gelesen hat. Denn von Lina und Damek, die man anhand der Inhaltsangabe ja als Protagonisten vermuten würde, ist die ersten knapp 50 Seiten nichts zu sehen. Stattdessen beginnt die Geschichte aus Sicht von Oskar Hammel, der genug vom Stadtleben hat und ein Anwesen auf dem Land gemietet hat. Und genau dort, im hohen Norden, im Land des Todes, stolpert er dann über die Geschichte von Lina und Damek und ihrer unglücklichen Liebe.

Zur Geschichte will ich gar nicht viel mehr sagen, wer die Vorlage für diesen Roman kennt, wird ungefähr wissen, wie es weiter geht und die kleinen aber feinen Unterschiede, die es gibt, will ich hier jetzt nicht verraten. 😉

Zur Umsetzung allerdings möchte ich durchaus noch ein bisschen was sagen, denn die hat mir ausgesprochen gut gefallen. Ja, die Geschichte ist, wenn man Wuthering Heights kennt, nicht unbekannt, aber was Alison Croggon daraus gemacht hat, hat mich doch durchaus begeistert. Sie versucht nicht den Stil des Originals nachzuahmen, sondern entwickelt ihren eigenen, der zwar die grundlegende Atmosphäre der Geschichte aufnimmt, aber trotzdem die Stimme der Autorin klar und deutlich einfängt.

Die Geschichte ist dabei von einer faszinierenden, düster-melancholischen Atmosphäre umhüllt, die das Buch zu einem schaurig-schönen Lesevergnügen macht. Ja, die Geschichte hat ihre Höhen und Tiefen und wer ein Werk voll funkelnder Magie, feuerspeiender Drachen und magischer Einhörner oder ähnliches erwartet, wird wohl eher enttäuscht sein, aber wenn man mit etwas Geduld an die Sache herangeht und sich auf die Geschichte und die Welt, die Croggon hier geschaffen hat, einlässt, entwickelt sich das Buch zu einem ganz feinen Leseschmankerl, perfekt für die langen, verregneten Winterabende, die uns jetzt ja leider wieder bevorstehen.

Alles in allem gibt es daher eine dicke Empfehlung für dieses Buch, das in meinen Augen etwas ganz besonderes ist, allerdings gleichzeitig zu den Büchern gehört, bei denen die Meinungen wahrscheinlich völlig auseinander gehen. Mir zumindest hat „Land des Todes“ von Alison Croggon allerdings ausgesprochen gut gefallen.
 
 


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5 Sterne - Super

 
 
Die Autorin
 
Alison Croggon wurde 1962 in Australien geboren. Seit den 90er Jahren veröffentlicht sie regelmäßig ihre literarischen Werke, zu denen auch Theaterstücke, -kritiken und Gedichtbände zählen. Ihre Bücher waren schon für diverse Preise nominiert und werden in mehrere Sprachen übersetzt. Ihre Pellinor-Saga wurde sowohl in Australien als auch in England und Amerika ein großer Erfolg. In Australien war ihr Buch Die Gabe gleich in zwei Kategorien für den begehrten Aurealis Award nominiert. Alison lebt mit ihrem Mann Daniel Keene, einem Dramatiker, und ihren drei Kindern in Melbourne.
 
 

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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