Rezension zu Die Erleuchtete: Der Ruf des Bösen von Aimee Agresti

Mit dem ersten Band ihrer „Die Erleuchtete“-Serie, „Die Erleuchtete: Das Dunkel der Seele“, hat mich Autorin Aimee Agresti wirklich überraschen können – das Buch hat mir deutlich besser gefallen, als ich es erwartet hätte und dem entsprechend habe ich mir auch vom zweiten Band so einiges erhofft. Und glücklicherweise hat „Die Erwählte: Der Ruf des Bösen“ meine Erwartungen durchaus erfüllen können.

Allerdings sind die Figuren, genau wie schon im ersten Band, wirklich nicht die tiefsten oder vielschichtigsten. So waren mir die drei Protagonisten zwar durchaus sympathisch, stellenweise sind sie aber nach wie vor wandelnde Klischees und gerade die neuen Nebenfiguren, die hier im Laufe der Geschichte auftauchen, bleiben doch sehr flach. Trotzdem haben mir die Charaktere gut gefallen, ich habe zugegebenermaßen auch nicht allzu viel Tiefgang erwartet.

Erneut war es vor allem die Atmosphäre, die die Autorin hier schafft, die mich in den Bann dieser Geschichte gezogen hat. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern über Engel sind Aimee Agrestis Romane nicht einfach nur kitschig und weichgespült, sondern haben einen sehr düsteren Unterton. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Autorin in ihren Romanen Geschichten der klassischen Schauerliteratur als Grundlage nutzt. Während im ersten Teil „Das Bildnis des Dorian Gray“ als Motiv herhalten musste, ist es hier nun „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“.

Zwar fand ich die Umsetzung hier nicht ganz so gut gelungen wie im ersten Band, aber die düstere, schaurig-schöne Atmosphäre ist vorhanden und kommt vor der Kulisse New Orleans, die die Autorin sehr schön zum Leben erweckt, hervorragend rüber. Für mich war es wirklich diese Atmosphäre, die dieses Buch so fesselnd gemacht hat. Zusammen mit dem sehr schönen, oft bildhaften Schreibstil der Autorin und die Spannung, die hier von der ersten Seite an vorhanden ist, ergibt das eine zwar nicht perfekte, aber trotzdem für mich sehr unterhaltsame Geschichte.

Alles in allem hat mir Aimee Agrestis „Die Erleuchtete: Der Ruf des Bösen“ erneut ausgesprochen gut gefallen, es ist trotz einiger Schwächen, die ich allerdings gerade im Bereich der Charaktere nicht anders erwartet habe, eine sehr schöne Fortsetzung, die ich Fans des ersten Bandes nur empfehlen kann.

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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