Rezension zu Elvancor: Das Land jenseits der Zeit von Aileen P. Roberts

Vor Jahren habe ich einmal ein Buch bei Aileen P. Roberts gelesen, nette High Fantasy, allerdings nichts wirklich weltbewegendes, dann habe ich ihren Roman „Der Feenturm“ gelesen und war einfach hin und weg. Und nun „Elvancor: Das Land jenseits der Zeit“. Das Buch klang interessant und da mein erster und zweiter Eindruck von der Autorin definitiv kein schlechter war, wollte ich dieses Buch einfach mal ‚ausprobieren‘. Und es hat mich nach anfänglichen Schwierigkeiten wirklich positiv überrascht, denn „Elvancor“ steigert sich nach einem etwas behäbigen Anfang doch noch deutlich.

Der Anfang war, wie bereits gesagt, nicht der beste. Gerade Roberts Schreibstil ist zu Beginn des Buchs recht simpel und dieser Eindruck hat auch ein wenig auf die Geschichte abgefärbt, die mir daher doch erst einmal recht 08/15 vorkam und wenig abwechslungsreich und vor allem anspruchsvoll. Glücklicherweise legt sich das relativ schnell und Schreibstil wie Geschichte werden komplexer und faszinierender.

Dabei haben mich vor allem die Charaktere Lena und Ragnar begeistert, denn die sind wirklich sehr gut ausgearbeitet, wirken realistisch und überzeugend. Lena, die in einem Anflug naiver Verliebtheit für ihren mittlerweile Ex-Freund gelogen hat und sich damit Sozialstunden im Altersheim und das ewigwährende Misstrauen ihrer Eltern eingehandelt hat, und Ragnar, der mysteriöse Engel einer der Altersheim-Bewohnerinnen, sind es, was diesem Buch so viel Leben einhauchen. Über die beiden wird genau so viel verraten, dass man als Leser einfach von ihnen fasziniert sein muss, aber es werden (noch) nicht all ihre Geheimnisse preis gegeben.

Die Geschichte andererseits hat definitiv noch Entwicklungspotential. Der Anfang war wie gesagt recht zäh, danach wurde es definitiv besser, aber die Spannung rührte doch eindeutig ehr von den Charakteren als von der Handlung selbst her. Während die Charaktere wirklich wahnsinnig toll sind und sich auch der Schreibstil der Autorin schnell zu voller ‚Größe‘ entfaltet, bleibt die Geschichte dabei irgendwie ein wenig auf der Strecke. Man merkt zwar durchaus, dass die Autorin über eine wirklich lebhafte und faszinierende Fantasie verfügt, aber da wollte einfach noch kein rechter Schwung aufkommen.

Mit dem Auftakt-Roman zu ihrer neuen Serie „Elvancor“ hat Autorin Aileen P. Roberts in zwei von drei Bereichen schon einmal voll überzeugt, was mehr ist, als manch anderer Autor von sich behaupten kann, und ich bin sicher, dass sie sich im Folgeband „Elvancor: Das Reich der Schatten“ auch im dritten Punkt, der Handlung, noch verbessern wird, weshalb ich wirklich gespannt auf diese Fortsetzung bin.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “Rezension zu Elvancor: Das Land jenseits der Zeit von Aileen P. Roberts”

  1. Hey,
    schöne Rezi. Eigentlich nicht mein Thema, aber du hast es so schön erzählt, dass es nun doch auf meine Wunschliste gekommen ist.

  2. der inhalt klingt mega interessant! ich möchte dieses buch auch zu gerne lesen. ist bereits auf meiner wunschliste…
    und 4 sterne ist doch eigentlich ne gute bewertung. auf die charaktere dieser geschichte bin ich auf jeden falll sehr gespannt. hören sich toll an!

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