Rezension zu Glückliche Menschen küssen auch im Regen von Agnès Martin-Lugand

„Glückliche Menschen küssen auch im Regen“ von Agnès Martin-Lugand ist eins dieser Bücher, an denen es im Grunde genommen nichts auszusetzen gibt. Sie sind technisch und inhaltlich völlig in Ordnung, aber das war es halt auch schon. Diese Geschichten sind okay. Nicht mehr und nicht weniger und genau so ist es auch bei dieser.

Irgendwie hatte ich einfach mehr erwartet. Allein der Titel, der im Original übrigens „Glückliche Menschen lesen und trinken Kaffee“ lautet (war der Titel vielleicht dem ebenfalls dieses Jahr erschienenen „Unanständige Frauen lesen und trinken Kaffee“ zu ähnlich?), klang so vielversprechend, nach so viel mehr. Aber dieses mehr kam nicht. Stattdessen habe ich eine Geschichte bekommen, die zwar okay war, mich aber nicht mitreißen konnte. Eigentlich konnte sie mich gar nicht so recht begeistern.

Dabei war der Einstieg wirklich vielversprechend, es ist mir leicht gefallen in die Geschichte einzutauchen und gerade Diane war mir auch recht sympathisch, aber es wollte einfach nicht Klick machen. Dabei spielt die Geschichte auch noch in Irland – nachdem sie in Paris anfängt -, eine Szenerie, die ich eigentlich liebe und die Geschichten bei mir immer direkt einen Pluspunkt einbringt.

Vielleicht lag es am Schreibstil. Denn der war doch sehr einfach. Also wirklich sehr, sehr einfach, eigentlich schon zu schlicht für diese Geschichte. Es gibt viele platte Sprüche, es fließt viel Alkohol und alle scheinen Kettenraucher zu sein. Das passt nicht zu der Geschichte, die inhaltlich doch eigentlich eine ruhige, sanfte Romanze ist. Der Stil hat oft etwas von gewollt und nicht gekonnt, so als hätte Frau Martin-Lugand ihren eigenen Stil noch nicht gefunden.

So ist „Glückliche Menschen küssen auch im Regen“ eine eher seichte, leider streckenweise wirklich nicht besonders gut geschriebene Geschichte, die zwar mit einem guten Ende aufwarten kann, bei dem man sonst aber immer wieder das Gefühl hat, dass der Autorin der nötige Raum gefehlt hat, um sich, ihrem Stil und ihren Figuren die nötige Entwicklung angedeihen zu lassen.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

Alle Beiträge von Rike »

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst die folgenden HTML Codes in deinem Kommentar verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*

%d Bloggern gefällt das: