Rezension zu Das Wispern der Schatten von Adam J. Dalton

Ich fürchte, dieses Buch war einfach nicht meins. Bücher, in denen Religion eine große Rolle sind, sind für mich sowieso ein zweischneidiges Schwert. Solche Geschichten können entweder richtig großartig sein oder die Sache geht völlig nach hinten los und das Buch wird eine Katastrophe.

Hier ging die Sache eindeutig eher nach hinten los, denn auch wenn ich den Anfang an sich nicht schlecht fand, gab es mir dort bereits zu viel Gerede von Makeln, Schuld und Sühne. Das wäre nicht allzu schlimm gewesen, immerhin dachte ich, dass Jillan auszieht, um sich von der Unterjochung der Erlöser zu befreien und sich zu emanzipieren oder etwas in der Art. Leider tut er das nicht wirklich und das schreckliche, pseudo-religiöse Geschwafel zieht sich durch die gesamte Geschichte.

Womit wir auch schon direkt beim zweiten Problem wären: Die Charaktere. Denn davon gibt es hier einen ganzen Haufen und so ziemlich jeder kommt auch mal zu Wort, das heißt es wird irgendwo ziemlich unübersichtlich. Und keiner war mir auf Dauer wirklich sympathisch.

Jillan ist an sich ja nicht schlecht, aber durch die mangelnde Entwicklung wird er relativ schnell langweilig und schlussendlich einfach nur nervig. Azual hingegen ist von Anfang an unendlich unsympathisch, wirkt aber dummerweise genau wie alle anderen ‚Bösewichte‘ dieser Geschichte schrecklich klischeehaft und daher alles andere als wirklich überzeugend.

Was uns direkt zu Problem Nummer Drei bringt: Mehr als nur ein Element in dieser Geschichte wirkt auf mich wie ein schlechtes Klischee bzw, ein Element, dass der Autor von irgendwo anders her übernommen hat und dessen Einbau ihm nicht wirklich gut gelungen ist.

Alles in allem macht das dieses für mich zu einem ziemlichen Reinfall, denn Spaß hatte ich daran so gut wie gar keinen, alles in allem wirkt die Geschichte recht zusammengestückelt und die Charaktere wenig überzeugend, nicht empfehlenswert!

Veröffentlicht von Rike (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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3 Kommentare zu “Rezension zu Das Wispern der Schatten von Adam J. Dalton”

  1. Ohjeee, ich klicke immer auf die Rezensionen mit den Covern die mir besonders gut gefallen und jedesmal sind es „Nieten“ 😀

    Die Story hört sich ja eigentlich ganz vielversprechend an, aber mit extrem religiösen Grundfragen setze ich mich eigentlich auch eher ungern auseinander. Und schon gar nicht, wenn die Charaktere wie Moralapostel daherkommen… Auch wenig kann ich mit Charakteren anfangen die sich nur wenig entwickeln. Wie du schon sagtest, macht das ein Buch einfach langweilig und vorrausschaubar… Ohne deine Rezi wäre ich wahrscheinlich erstmal nicht auf das Buch gestoßen, aber falls doch, hätte ich es mir garantiert nur wegen des Covers wegen schon gekauft 😀 Naja das lass ich jetzt wohl lieber… 🙂

    Liebe Grüße,

    michelle ( http://feinekleinebuecher.blogspot.de/ )

    1. *lach* Nicht gerade das glücklichste Händchen, was? ^^ Aber bei dem Buch war es definitiv auch das Cover, das ich total toll finde, das mich dazu gebracht hat, es zu lesen… Leider irgendwie Zeitverschwendung :/

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