Rezension zu Miss Minotaurus und der Huf der Götter von A. Lee Martinez

Mythen, Märchen und Legenden, was gibt es spannenderes als Grundlage für einen Fantasyroman? In meinen Augen kaum etwas, daher war ich auch wirklich neugierig auf A. Lee Martinez‘ „Miss Minotaurus und der Huf der Götter“, eine humorvolle Verquirlung verschiedenster mythologischer Elemente.

Helen und Troy sind zwei gänzlich normale amerikanische Teenager in einem ganz und gar normalen Amerika – zumindest so ungefähr. Denn während Troy quasi die Fleisch gewordene Perfektion ist, gutaussehend und talentiert in allem, was er anfasst, ist Helen eher etwas groß geraten – und pelzig, Hörner und Hufe gehören auch zum Paket, denn sie ist der einzig lebende weibliche Minotaurus, bei dem der Familienfluch vollständig durchgeschlagen ist. Dass die beiden während ihres Jobs im Burger Laden von einem Gott aus Hamburgerfleisch dazu verflucht werden, einen magischen Quest ausführen zu müssen, ist quasi Alltag in dieser Version der USA, in der Mythen und Magie ganz und gar lebendig sind.

Dieser Roman war der erste von A. Lee Martinez, den ich gelesen habe, insgesamt ist es aber wohl sein zehnter und ich denke, ich werde direkt mal schauen, welche Titel des Autors auf meine (eigentlich ja gar nicht vorhandene) Wunschliste wandern. Denn ich muss sagen, dass mich der Autor mit „Miss Minotaurus und der Huf der Götter“ wirklich positiv überraschen konnte. Im Endeffekt ist die Geschichte, die in diesem Roman erzählt wird, völlig abstrus, aber gerade deshalb und dank des wirklich angenehmen Schreibstils des Autors macht sie einfach Spaß.

Troy ist, wie bereits gesagt, quasi Perfektion pur und das ist ehrlich gesagt doch ziemlich nervig. Unterhaltsam wird es aber dardurch, dass es Helen an dieser Stelle eben so geht wie dem Leser und sie ihrem Unmut auch durchaus mal Luft macht. Ansonsten begegnen diese zwei skurrilen Helden einer ganzer Reihe verschiedenster Gestalten, seien es nun das Imbissbuden betreibende Orakel, der dreibeinige Hund, den sie Achilles nennen oder die Motorradgang, die (fast) nur aus Orks besteht, um nur mal ein paar zu nennen.

Alles in allem ist „Miss Minotaurus und der Huf der Götter“ von A. Lee Martinez ein wahnsinnig unterhaltsamer Roman gewesen, der mir großen Spaß gemacht hat und sich einfach am Stück weglegen ließ. Die Geschichte ist herrlich absurd, aber auch immer wieder voller „böser“ gesellschaftlicher Seitenhiebe. Nur an ein paar Stellen ist mir der Humor manchmal etwas zu flach die Witze etwas zu überzogen gewesen. Insgesamt trotzdem eindeutig lesenswert für Fans humoristischer Fantasy! ?

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

Alle Beiträge von Rike »

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst die folgenden HTML Codes in deinem Kommentar verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*

%d Bloggern gefällt das: