Rezension zu Mr. Peregrines Geheimnis von A.J. Hartley

Die Geschichte von Darwen Arkwright, die A.J. Hartley in „Mr. Peregrines Geheimnis“ erzählt, spielt in zwei Welten, die durch nichts weiter als Spiegel von einander getrennt sind. Über diese Spiegel stolpert Darwen erstmals in dem skurrilen Laden von Oktavius Peregrine, der ihm prompt einen seiner Spiegel als Geschenk mit nachhause gibt. Ein Spiegel, durch den Darwen der ziemlich bedrückenden Welt als jüngst verwaister und kürzlich in die USA umgesiedelter Sohn eines gemischtrassigen Paars aus Manchester und neuster Schüler der ziemlich schrägen und äußerst elitären Hillside Academy entfliehen und in die Welt Silbrica gelangen kann.

Und diese Welt steckt voller faszinierender Geschöpfe, guten wie bösen, die der Autor hier auf eindrucksvolle Weise zum Leben erweckt. Allerdings lässt er den bösen Gestalten dabei für meinen Geschmack etwas zuviel Aufmerksamkeit zukommen, bzw. während die finsteren Wesen hier wirklich sehr finster sind und es einem zwischendurch wirklich gruselig zu Mute ist, fehlt hier auf der Seite der guten Kreaturen ein wenig der Ausgleich, auch wenn auch diese Kreaturen wirklich faszinierend sind. Das Gleichgewicht stimmt hier einfach nicht ganz, wodurch Silbrica leider etwas weniger realistisch wirkt, als es andernfalls wohl der Fall gewesen wäre.

Aber auch Darwens Welt diesseits der Spiegel ist nicht ohne. Der Autor versteht es die Atmosphäre der Hillside Academy auf sehr amüsante Weise einzufangen, sodass man immer wieder etwas zum schmunzeln hat, wenn man von den größtenteils völlig absurden Unterrichtsmethoden und Verhaltensstatuten an der militärisch geprägten Schule liest. Gleichzeitig kann man sich, und das wird vermutlich gerade jüngere Leser begeistern, auch herrlich über die unfairen, gemeinen Lehrer und die versnobbten Mitschüler aufregen, die Darwen und seinen Außenseiterfreunden das Leben schwer machen.

Darwen und seine Freunde Alexandra und Rich haben mich gerade durch ihre ganz unterschiedlichen Charaktere begeistert, denn hier zeigt sich, dass der Autor eindeutig in der Lage ist, eine gewisse Bandbreite an verschiedenen Charakteren zu schaffen. Dabei fand ich alle drei sehr überzeugend und jeder von ihnen war auf seine Art sympathisch, hatte aber auch so seine Schattenseiten, was sie aber nur um so realistischer erscheinen lässt. Überhaupt hat es der Autor auch bei den Nebencharakteren sehr gut geschafft die unterschiedlichen Persönlichkeiten einzufangen und Altersunterschiede überzeugend darzustellen.

Alles in allem fand „Mr. Peregrines Geheimnis“ wirklich spannend und sehr, sehr unterhaltsam, ein tolles Buch für jüngere wie ältere Leser, das mit faszinierender Thematik und tollen Charakteren überzeugt. Ein Buch, bei dem das wunderschöne und ausgefallene Cover definitiv nicht zuviel verspricht.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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