Queergelesen #3 Noch mehr Werwölfe! Und Exen zwischen Ley-Linien und Kirchenkanzel

Diesmal zwar mit etwas Verspätung aber hier ist er: Der dritte Queergelesen-Post, der diesmal auch etwas kürzer ausfällt, denn eins der Bücher, die hier reingehört hätten, hat seine eigene, ausführliche Rezension bekommen: „Points of Departure“ von Emily O’Beirne 🇦🇺 Also gibt es diesmal „nur“ zwei Queergelesen-Leseeindrücke:

Dyre: By Moon’s Light von Rachel E. Bailey

Reading in English Dyre By Moons Light by Rachel E Bailey

Die Werwölfe von letzter Woche haben es mir irgendwie angetan und eine kurzfristige Werwolfsucht ausgelöst 😁 In der Welt der Serie „Dyre“ haben die eine ganz eigene Gesellschaftsstruktur und heißen auch viel lieber Loup Garouls, klingt ja auch schicker – oder so. Rachel E. Bailey schmeißt von Anfang an mit den von ihr erfundenen und aus nicht anglophoner Folklore entlehnten Begriffen um sich und das sorgt für einen recht holprigen Start. Denn auch wenn ich jetzt kein Problem damit habe, Loup Garoul mit Werwölfen zu assozieren (meiner Meinung nach offensichtliche Synonyme, aber vielleicht habe ich auch einfach nur schon zu viele Werwolfgeschichten gelesen), die Erklärungen dafür, was es mit dem Dyre auf sich hat und wie die Gesellschaft der Werwölfe gegliedert ist, lässt etwas lang auf sich warten, sodass man erstmal ein bisschen verloren ist.

Trotzdem, ich fand „By Moon’s Light“ eigentlich ziemlich gut geschrieben, es lies sich sehr gut lesen und nach dem Anfang, der zwar voller Action aber dennoch recht zäh ist – vermutlich wegen der fehlenden Erläuterungen -, hat es mich auch recht schnell in seinen Bann gezogen. Allerdings ist dieser erste Band ganz eindeutig nur ein Serienauftakt, er endet mit einem ziemlich dämlichen Cliffhanger und eigentlich ist durch die Charakterisierung der Figuren schon lange vorher klar, wer der Böse ist, der Cliffhanger verrät es aber eh, was ich irgendwie seltsam fand. Band 2, der im August erscheint, werde ich aber wohl trotzdem lesen, denn schlecht fand ich dieses Buch nicht.

★ ★ ★ ★

Welcome to the Wallops von Gill McKnight

Reading in English Welcome to the Wallops by Gill McKnight

Es ist nicht so, als wäre Jane Swallows Leben gerade nicht schon stressig genug: Der Pfarrer von High Wallop versucht wie jedes Jahr das „Cheese and Beer“-Festival an sich zu reißen und Janes eigene Kirche in Lesser Wallop steht kurz vor dem Aus. Richtig chaotisch wird es allerdings, als sich der Publizist, den der Bischof für das Festival arrangiert hat, sich als Janes Ex Renata rausstellt, die sie vor Jahren nach einem Sommer voller Abenteuer irgendwo in Griechenland hat sitzen lassen. Mittlerweile schreibt Renata psychologisch-esoterische Ratgeberromane und macht sich mit dem Bischof zusammen auf die Jagd nach Leylinien.

Nun ja… Hätte ich im Vorfeld gewusst, dass eine Protagonistin Pfarrerin ist und die andere Leylinien jagt, ich hätte „Welcome to the Wallops“ wohl nicht angerüht. Im Endeffekt haben mich die Themen zwar weit weniger gestört, als gedacht, sie haben aber eben auch überhaupt nicht dabei geholfen, die Schwächen des Romans zu übertünchen. Denn ich konnte mit Jane einfach nichts anfangen. Klar, sie kommt aus recht schwierigen Verhältnissen, aber Renata gegenüber verhält sie sich dermaßen paranoid, dass es einfach nur lächerlich wirkt, vor allem, als der Grund dafür offenbart wird und die beiden sich nach 55% des Buchs plötzlich küssend in den Armen liegen und mit Liebeserklärungen um sich schmeißen – von jetzt auf gleich. Okay, es folgt noch einiges Hin und Her und eine gute Portion Drama, trotzdem so richtig überzeugend war das einfach nicht.

Da hat mir Gill McKnights Werwolfserie (Ja, noch mehr Werwölfe! Ich hätte die Serie fast nochmal von vorn angefangen 😂) „Garoul“ deutlich besser gefallen.

★ ★

Veröffentlicht von Hannah (Filia Libri)

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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