[>1000 Worte] Rezension zu Destiny, NY: Who I Used to Be von Pat Shand & Manuel Preitano

Was passiert eigentlich mit all den Urban Fantasy (YA)-Helden, die ihre Prophezeiung erfüllt haben? In „Destiny, NY: Who I Used to Be“ von Pat Shand & Manuel Preitano ist Magie ein Teil der Welt, Prophezeiungen gehören quasi zum Alltag. Und für all die Prophecy-Kids gibt es in New York eine Schule, die ihnen unter anderem nachher dabei helfen soll, sich in das normale Leben einzugliedern, wenn sie ihre Prophezeiung erfüllt haben. Zu diesen Kids gehört auch Logan, die ihre Prophezeiung mit 13 erfüllt hat, mittlerweile Anfang 20 ist und nicht so recht weiß, was sie mit ihrem Leben anfangen soll, ihren Zweck hat sie ja eigentlich schon erfüllt.

Und so geht es in dieser Graphic Novel auch sehr viel weniger um Magie als um Drama. Drama um Logan, die herausfinden muss, was sie eigentlich mit ihrem Leben anfangen will, Drama um die mysteriöse Lilith, in die Logan sich verliebt, Drama um Gia, deren Prophezeiung es ist, das größte Böse der Welt zu vernichten. Es gibt bis zum Ende kaum Action, die gesamte Handlung ist eigentlich getragen von diesem Drama. Und von Dialogen. Denn davon gibt es hier unglaublich viel und sie sind auch ziemlich gut, denn Pat Shan hat eindeutig ein Händchen für Dialoge.

Und auch Illustrator Manuel Preitano versteht sein Handwerk. Das Artwork ist clean und kommt mit klaren Linien daher, die Dialoge werden unterstützt von aussagekräftiger Gestik und Mimik, wodurch auch die Charaktere umso lebendiger wirken. Überhaupt wirken die Figuren in dieser Graphic Novel einfach echt. Sie haben eigene, mehrschichtige Persönlichkeiten und sind nicht nur leere Klischees (auch wenn der die ganze Geschichte natürlich nicht ohne Klischees auskommt, das wäre bei dem Thema auch strange).

Alles in allem ist „Destiny, NY: Who I Used to Be“ von Pat Shand daher meiner Meinung nach auch eine wirklich gelungene Graphic Novel. Ich mochte den Zeichenstil, die Dialoge sind wirklich gut und die Charaktere sind mir schnell ans Herz gewachsen. Hier und da wäre ein bisschen mehr Action und etwas weniger Drama vielleicht nicht verkehrt gewesen, aber im Großen und Ganzen passt die Geschichte einfach und daher gibt es von mir auch eine dicke Empfehlung dafür!

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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2 Kommentare zu “[>1000 Worte] Rezension zu Destiny, NY: Who I Used to Be von Pat Shand & Manuel Preitano”

  1. Ich finde deine Inhaltsbeschreibung des Comics wirklich verlockend, aber wenn ich deine Bildbeispiele anschaue, dann gruselt mich das dritte Bild wirklich. Das zweite finde ich schon nicht so überzeugend, aber das dritte schreckt mich wirklich ab. Schade, dass die Zeichnungen nicht ansprechender sind.

    1. Ja, das ist das Problem mit Comics, die Geschichte steht und fällt mit dem Zeichenstil und der ist halt absolute Geschmackssache – mir hat er hier z.B. ziemlich gut gefallen 😄

      Das zweite ist übrigens eher repräsentativ für den restlichen Comic, das dritte ist Teil einer Rückblende, die etwas anders aussieht – ich fand die aber tatsächlich noch besser 😂

      Ist schon schwierig mit diesen ganz unterschiedlichen Geschmäckern 😉

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