[Reading in English] Rezension zu Points of Departure von Emily O’Beirne

Nach „Herzflattern mit Karamell“ von Erin Gough ist Emily O’Beirnes „Points of Departure“ der zweite australische YA-Roman, den ich in letzter Zeit gelesen habe und auch dieser Roman überzeugt mit Diversität und realistischer Charakterentwicklung. Und auch wenn ich einen recht schweren Start mit der Geschichte hatte, konnten mich die fünf Mädels, um die es hier geht, dann doch ziemlich begeistern:

Kit will nicht wie ihre Mutter enden, für die ein langes Wochenende in Queensland die spannendste Reise war, die sie je unternommen hat, und deren Leben sich zwischen Job und Miniappartment in immer der gleichen, grauen Routine abspielt. Also plant sie nach dem Schulabschluss mit auf große Tour zu gehen und etwas von der Welt zu sehen. Doch Kit ist eine wandelnde Katastrophe, desorganisiert und chaotisch und kurz bevor die Reise los geht, muss sie einsehen, dass ihr Sommer wohl doch anders laufen wird, denn sie ist pleite und braucht dringend Geld, um die Schäden der letzten Party und ihre Miete zu zahlen. Für sie heißt es daher: Kellnern bis zum Umfallen. Und für ihre vier Mitreisenden: Urlaub mit Leuten, die man gar nicht kennt, denn Kit war so ziemlich die einzige Verbindung zwischen ihnen.

Liza ist Kits beste Freundin. Sie ist Läuferin und bisher hat der Sport ihr Leben dominiert. Aber damit ist jetzt Schluss, denn vor ihrer Abreise teilt Liza ihren Eltern mit, dass sie nicht mehr an Wettbewerben teilnehmen will – und dass sie wahrscheinlich lesbisch ist. Auf der anstehenden Reise durch Europa und Asien wollte sie eigentlich herausfinden, wer sie wirklich ist. Nur war es eindeutig nicht ihr Plan, dass jetzt ohne Kit und mit drei Mädchen und ehemaligen Schulkameradinnen, die sie gar nicht kennt.

Olivia ist ebenfalls eine gute Freundin von Kit. Sie hat eigentlich gar keine Lust mehr auf die Reise, denn nachdem sie ihre Prüfungen in den Sand gesetzt hat, will sie sich einfach nur im Bett zusammen rollen und nicht darüber nachdenken, wie ihre Zukunftspläne in sich zusammen fallen – und vor allem weiß sie nicht, wie sie das alles Mai erklären soll.

Mai ist Olivias beste Freundin, die einzige, die sich so richtig auf die Reise freut, denn sie will vor allem eins: Feiern. Weil die Schule rum ist, weil sie und Olivia bald gemeinsam an die Uni gehen und ihre großen Pläne verfolgen werden, weil jetzt endlich das Leben so richtig anfängt.

Tam, Kits Cousine und die vierte Reisende, würde viel lieber bei ihrem Vater bleiben, der gerade erst eine Krebserkrankung überwunden hat. Doch andererseits will sie auch die Welt sehen – und vor allem schmecken. Denn Tam möchte Köchin werden und hat bereits Restaurants in ihren jeweiligen Reisezielen rausgesucht und Kochkurse gebucht.

Wie schon gesagt, ich hatte ziemliche Probleme mit der Geschichte warm zu werden. Die Erzählung zieht sich, denn leider ist der Schreibstil teilweise recht plump und ich hatte große Schwierigkeiten damit, dass – abgesehen von gelegentlichen Rückblenden – alles im Präsens geschrieben ist. Dazu kommt, dass die Erzählperspektive zwar zwischen allen fünf Charakteren hin und her wechselt, aber keiner von ihnen wirklich eine eigene Stimme hat, dazu reicht das Potential des Schreibstils einfach nicht aus.

Trotzdem hat mir „Points of Departure“ insgesamt doch ziemlich gut gefallen, denn auch wenn es den Figuren ein wenig an individuellen Stimmen mangelt, sind sie doch sehr unterschiedliche Charaktere, die alle mit ihren eigenen Macken daher kommen und die alle auf die eine oder andere Art sehr sympathisch sind – wobei man sich mit manchen mehr identifizieren kann, als mit anderen.

Insgesamt gibt es für die Weltreise, auf die Emily O’Beirne ihre Charaktere in „Points of Departure“ schickt, von mir gute 3,5 Sterne. Der Schreibstil ist zwar teilweise etwas holprig und den vielfachen Perspektivwechseln fehlt der individuelle Ton, aber inhaltlich hat mir die Geschichte ausgesprochen gut gefallen und besonders die Charaktere sind einfach klasse. Insgesamt daher doch eine eindeutige Empfehlung für dieses Stück Aussie YA Lit!

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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