[Reading in English] Rezension zu Doctor Who: The Legends of Ashildr

Wer mir hier oder auf Instagram folgt kommt ja kaum umhin zu bemerken, dass ich ein ziemlicher Doctor Who Fan bin 💙 Und ich bin auch immer wieder ganz angetan von den diversen BĂŒchern, die es rund um die Abenteuer des Doctors gibt. WĂ€hrend ich mich bislang allerdings noch nicht an die einzelnen Romane gewagt habe, stĂŒrze ich mich immer wieder mit großer Begeisterung auf die etwas ausgefalleneren BĂŒchern, seien es die Kurzgeschichten Sammlung „12 Doctors, 12 Stories“ oder die „Time Lord Fairy Tales“ oder jetzt eben „The Legends of Ashildr“.

Als einer von zwei Charakteren, der auch ohne den Doctor allerlei AbenteuerÂ ĂŒberall in Raum und Zeit erlebt hat, bieten Ashildrs TagebĂŒcher natĂŒrlich wahnsinnig viele Möglichkeiten fĂŒr eine Sammlung ihrer eigenen Abenteuer. Dummerweise ist sie aber gleichzeitig immer noch ein aktiver Charakter in der Fernsehserie, sodass jederzeit mehr ĂŒber ihre Abenteuer bekannt werden könnte, als zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Romans bekannt war – das schrĂ€nkt natĂŒrlich die Möglichkeiten fĂŒr so eine Geschichtensammlung deutlich ein.

Was ich mir erwartet hatte, waren trotzdem Geschichten, die einen Einblick in Ashildrs Leben und ihre Entwicklung von Ashildr zu Lady Me bieten. Geschichten aus ihrem Tagebuch, von ihr selbst erzĂ€hlt, verteilt ĂŒber Jahrhunderte und Jahrtausende, gerne auch mit Aliens und eindeutigen Science Fiction EinflĂŒssen – immerhin ist das hier Doctor Who. Was ich dann letztlich bekommen habe, waren allerdings vier Geschichten, die mich insgesamt nicht wirklich begeistern konnten:

The Arabian Knighmare von James Goss

Okay, es ist nicht schwer zu erraten, was es mit dieser Geschichte auf sich hat: Sie ist eine NacherzĂ€hlung von 1001 Nacht. Ashildr, bzw. Ash El Dir, erzĂ€hlt Geschichten wie Ali Baba und die 40 RĂ€uber, in denen sie selbst mitspielt. Allerdings ist das Ganze keine Geschichte aus ihren TagebĂŒchern, sondern hat einen auktorialen ErzĂ€hler. Pluspunkte gibt es fĂŒr die 1001 Nacht Geschichte, einfach deshalb, weil sie eine 1001 Nacht Geschichte ist. Allerdings ist die Umsetzung teilweise sehr unglĂŒcklich, dem Autor gelingt es einfach nicht, den Stil von 1001 Nacht so richtig zu ĂŒbernehmen. Trotzdem keine schlechte Geschichte, aber eben auch nicht so gut, wie sie hĂ€tte sein können. 3 von 5 Sternen.

The Fortunate Isles von David Llewellyn

Diese Geschichte war ĂŒberhaupt nicht mein Ding. Sie fĂ€ngt wie eine klassische Seefahrer-/Abenteuergeschichte an und wird dann plötzlich sehr SciFi. An sich ja nicht schlecht, aber mir hat der Schreibstil nicht wirklich zugesagt und auch inhaltlich war die ganze Geschichte fĂŒr mich eher weniger interessant. 2 von 3 Sternen.

The Triple Knife von Jenny T. Colgan

Mit Abstand die beste Geschichte der Sammlung! Im Gegensatz zu den ersten beiden auch tatsĂ€chlich eine, die in der ersten Person erzĂ€hlt wird und daher als Tagebucheintrag durchgehen könnte (oder eher eine Reihe von TagebucheintrĂ€gen). Hier bekommt man wirklich einen Einblick in Ashildrs Persönlichkeit und sieht, warum sie irgendwann aufgegeben hat und zu Me wurde. Es geht um ihre Kinder, die Pest und natĂŒrlich Aliens, alles angesiedelt im London des 14. Jahrhunderts. Eine total dĂŒstere und absolut bewegende Geschichte, die von mir definitiv volle 5 Sterne bekommt!

The Ghosts of Branscombe Wood von Justin Richards

Ebenfalls aus der Ich-Perspektive erzĂ€hlt, aber nach „The Triple Knife“ hat es diese Geschichte natĂŒrlich schwer, ĂŒberhaupt irgendwie zur Geltung zu kommen. Und ich muss auch sagen, ich fand sie ziemlich unausgereift. Die Ideen sind gut, das Setting ist gut, aber es mangelt an HintergrĂŒnden und ErklĂ€rungen und ich hatte auch das GefĂŒhl, dass Mes Charakter – denn zum Zeitpunkt dieser Geschichte nennt sie sich bereits so – in dieser Geschichte nicht wirklich mit der von Maisie Williams gespielten Serienfigur zusammenpasst… 3 von 5 Sternen.

The LEgends of AshildrAlles in allem ist „Doctor Who: The Legends of Ashildr“ leider einfach nicht das gewesen, was ich erwartet hĂ€tte. Wer Ashildr mag (und das scheinen ja nicht allzu viele zu tun 😄), der wird sicherlich das eine oder andere kleinere Highlight in diesem Buch finden, aber wirklich herausragend ist dieses Buch meiner Meinung nach jetzt nicht gewesen. Schade, jetzt hoffe ich, dass „The Legends of River Song“ besser sind, aber bislang ĂŒberzeugen auch die nicht so richtig… Dabei hat die Sache doch eigentlich sooo viel Potential đŸ˜©

 

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches BĂŒcherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusĂ€tzlich noch Spanisch, NiederlĂ€ndisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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