[Reading in English] Rezension zu Stowe Away von Blythe Rippon

Was soll das mit diesen schrecklich unterentwickelten Enden in letzter Zeit? Nach „Bunny Finds a Friend“ kommt auch „Stowe Away“ von Blythe Rippon mit einem irgendwie zu kurz geratenen Ende. Aber ansonsten war es ein erstaunlich intensives und faszinierendes Leseerlebnis: Der Leser begleitet Sam, eine sozial unbeholfene allerdings akademisch brillante junge Frau, über den Zeitraum mehrer Jahre, einige Höhepunkte und diverse Tiefpunkte.

Kaum dass Sam aus ihrer heimatlichen Kleinstadthölle entflohen ist, beginnt ihr Leben plötzlich Kopf zu stehen. Während daheim in Stowe die Ehe ihrer Eltern auseinander bricht – mit verheerenden Folgen für die eh schon angeknackste Psyche ihrer Mutter -, lernt Sam in Yale die lebenslustige Natalie kennen – das genaue Gegenstück zu ihrer nerdigen, schüchternen und zielstrebigen Art und damit geradezu unwiderstehlich für Sams naives Herz.

Ich muss sagen, ich fand Natalie teilweise ziemlich nervig: Während sie und Sam schnell beste Freundinnen werden, macht sie auch ziemlich deutlich, dass sie nicht daran denkt, sich niederzulassen – unfähig sich für ein Hauptfach zu entscheiden und generell mehr damit beschäftigt mit jedem verfügbaren Studenten auf dem Campus zu schlafen. Aber selbst als Sam und Natalie ihr Studium an unterschiedlichen Universitäten fortsetzen, kann Sam nicht anders als zu hoffen, dass Natalies Gefühle für sie sich doch noch von Freundschaft zu etwas anderem entwickeln.

Daher war ich wirklich positiv überrascht von der zugegebenermaßen auf den ersten Blick so gar nicht positiven Wendung, die Sams Leben plötzlich nimmt, denn die lenkt die Geschichte in eine neue Richtung und erlaubt außerdem einer Reihe zusätzlicher Charaktere ins Rampenlicht zu treten. Ab diesem Punkt konnte mich Blythe Rippon wirklich in den Bann ihrer Geschichte ziehen, denn auch wenn die Charaktere manchmal reden, als hätten sie ein Wörterbuch verschluckt, entstehen doch faszinierende Dynamiken zwischen ihnen.

Alles in allem ist „Stowe Away“ von Blythe Rippon eine wirklich gute Geschichte, intensiv und faszinierend, mit einem schönen Schreibstil und lebensnahen Charakteren. Ich mochte den Aufbau der Geschichte und auch die Figuren, auch wenn die mit eigen wenig sympathischen Mängeln daher kommen. Trotzdem, eine tolle Coming-of-Age Geschichte und Romanze, die ganz klar eine Empfehlung wert ist!

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What the hell is it with these sadly underdeveloped endings lately? After „Bunny Finds a Friend“ Blythe Rippon’s „Stowe Away“ again comes with a rather shortcut ending. But otherwise it was a surprisingly intense and fascinating read: The reader gets to accompany Sam, a pretty angsty, socially awkward and scientifically brilliant young woman, over the curse of several years, some ups and a lot of downs.

As soons as Sam leaves the small town she grew up in, her life starts turning upside down. While back in Stowe her parents‘ marriage is breaking apart – with dire consequences to her mother’s already unstable mental health -, Sam meets the extroverted Natalie at Yale – the exact opposite to her nerdy, shy and single-minded type and thus irresistible to Sam’s naive heart.

I have to say, I found Natalie rather annoying at times: While she and Sam soon become best friends, she also makes it quite clear that she doesn’t even think of settling down – never being able to decide on a major as well as sleeping with pretty much every available student on campus. But even as Sam and Natalie move on to different grad schools, Sam can’t help but hope that Natalie’s feelings towards her change from friendship to something deeper.

Therefor I was pretty much positively surprised by the rather negative turn Sam’s life suddenly takes because it sends the whole story into a new direction and allows a couple of other characters to take the spotlight. That pretty much was the point when I got really fascinated by Blythe Rippon’s novel, because eventhough some of the characters tend to talk as if they just swallowed a dictionary, I loved the relationships that developed between them.

All in all „Stowe Away“ by Blythe Rippon is a really great story, intense and fascinating, with a nice writing style and vivid characters. I really liked the way the story was build and I also liked the characters though they came with some not all that likable flaws. Nevertheless, a great coming-of-age story and romance and a great recommendation!

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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