[Reading in English] Rezension zu Of Fire and Stars von Audrey Coulthurst

Oh weh, was ist denn hier bloß schief gelaufen? Als ich zum ersten Mal über „Of Fire and Stars“ von Audrey Coulthurst gestolpert bin, im Februar, gab es noch keine vollständige Inhaltsangabe, aber mit der Aussage „she falls in love with his rogueish horse-training sister instead.“ konnte mich der Teaser schon voll und ganz begeistern – aber zehn Monate und einen 400 Seiten langen Roman später, frage ich mich ernsthaft, was genau hier bloß schief gelaufen ist.

Denn abgesehen von der Grundidee war an diesem Roman fast nichts auch nur annähernd so gut, wie ich es mir erhofft hatte – im Grunde war es sogar rundherum ziemlich enttäuschend. Ja, „Of Fire and Stars“ erzählt die Geschichte einer Prinzessin, die an den Hof ihres Verlobten kommt und dort feststellt, dass sie dessen Schwester sehr viel attraktiver findet. Aber darüber hinaus? Darüber hinaus gibt es nicht wirklich etwas positives über diesen Roman zu berichten.

„I see,“ I said, though I didn’t understand the purpose of placing one gender above another. As eldest, my sister had always been destined to be queen of Havemont, even if I had been a boy or she took a consort.

Of Fire and Stars von Audrey Coulthurst, Seite 69

Die Geschichte fängt damit an, dass man Prinzessin Denna kennen lernt, von ihrer Feuermagie und ihrer Verlobung mit dem Prinzen des Nachbarkönigreichs erfährt. Und das war es dann so ziemlich mit dem Worldbuilding. Warum ist die Allianz zwischen Dennas und Thandis Königreich so dringend notwendig? Weshalb ist die Heirat der beiden so relevant? Warum ist Magie in Dennas Reich völlig akzeptiert und in dem von Thandi und Mare so verhasst? Und wo wir schon bei der Magie sind: Wie funktioniert sie? Wie hängt sie mit den sechs Göttern zusammen? Und überhaupt und sowieso 😱

Die Welt, ihre Politik und ihre Magie sind also denkbar platt und oberflächlich. Leider stehen die Charaktere ihnen in nichts nach. Denna ist eine typische Special Snowflake, begabt bis über beide Ohren, liebenswürdig und perfekt. Und so, so langweilig! Sie ist mit ihrer durch und durch gehorsamen, pflichtbewussten Art das absolute Gegenstück zu Mare. Mare… Nun ja, Mare ist ähnlich bekloppt wie ihr Spitzname. Sie ist 18, in dieser Welt alt genug, als dass sie eigentlich seit zwei Jahren verheiratet sein sollte und damit definitiv erwachsen. Aber sie verhält sich als wäre sie allerhöchstens 8. Kindisch und trotzig, was mich schier wahnsinnig gemacht hat. Ich hätte sie sehr viel überzeugender gefunden, wenn sie in der Lage gewesen wäre, sich in den Hofstaat einzufügen und von innen heraus zu rebellieren, als sich auf so lächerliche Art von allem abzugrenzen.

Jep, die Charaktere sind voll und ganz schwarzweiß – nicht nur die Protagonistinnen, die geradezu übertriebene Gegensätze von einander sind, sondern auch der Rest: Böse ist böse und gut ist gut, dazwischen gibt es nichts. Naja, okay, es gibt noch eine Gruppe: Dumm! Und in diese fallen eigentlich alle Erwachsenen am Hof von Thandi und Mare. Denn im Grunde genommen beruht die gesamte Handlung – also das, was hier so als Handlung durchgeht – auf einem ernsthaften Fall von „Sämtliche Entscheidungsträger sind zu doof für irgendwas“. Es ist einfach keiner – weder der König, noch Thadi noch irgendein Minister – in der Lage das Offensichtliche zu sehen. Und darauf beruht die gesamte Handlung, denn die besteht nur daraus, dass Denna und Mare als einzige die Wahrheit sehen können.

She had looked at me as though I was everything – and it scared me how much I longed for it to happen again. Thandi should have been the one on my mind, but I couldn’t banish thoughts of Mare.

Of Fire and Stars von Audrey Coulthurst, Seite 197

Alles in allem ist „Of Fire and Stars“ von Audrey Coulthurst einer dieser Romane, die einfach nicht das liefern, was ich mir davon erhofft habe. Allerdings wage ich zu behaupten, dass nicht allein meine enttäuschten Erwartungen Schuld daran sind, wie wenig mir der Roman gefallen hat, sondern er schlicht und ergreifend so seine Schwächen hat… Schade!

Für Fans von…

  • Plots ohne große Logik
  • Charakteren ohne große Tiefe
  • Welten ohne großartigen Hintergrund

    Was andere Blogger sagen:

    Habt ihr das Buch gelesen und rezensiert? Dann lasst mir doch einen Kommentar da und ich verlinke eure Rezension hier 😊

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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