[Reading in English] Rezension zu Rebel of the Sands von Alwyn Hamilton

Eine Wüste voller Magie, ein tyrannischer Sultan und eine handvoll Rebellen rund um einen abtrünnigen Prinzen, das ist der Rahmen von Alwyn Hamiltons „Rebel of the Sands“ und der Geschichte der jungen Amani, die nach der Hinrichtung ihre Mutter im Haushalt ihres Onkels in einem Kaff mitten in der Wüste aufwächst, aus dem sie schnellstens entkommen möchte. Außer allgemeiner Unzufriedenheit gibt es in Dustwalk nämlich nur eins: die Waffenfabrik. Und Sand, Sand und noch mehr Sand. Allerdings stehen die Chancen für ein Mädchen ohne Geld und Eltern alles andere als gut, auch wenn sie so gut mit einer Pistole umgehen können wie Amani.

Ich muss sagen, mich hat dieser Roman relativ schnell in seinen Bann ziehen können und mich dann auch bis zum Ende fesseln können – ich hatte das Buch nur in wenigen Stunden durch, es ist also auf jeden Fall ein toller Schmöker. Die Handlung ist zwar am Anfang etwas langsam, nimmt dann aber doch noch ordentlich Fahrt auf und auch wenn man immer wieder denkt, man hätte die Geschichte durchschaut, gibt es immer wieder (kleinere) Überraschungen und Wendungen, die nochmal so richtig Schwung in die Sache bringen.

Auch die Charaktere konnten mich überzeugen, Amani und Jin sind auf den ersten Blick vielleicht etwas klischeehaft, entwickeln aber schnell ein Eigenleben, das sie sehr sympathisch macht. Wobei ich die Nebencharaktere, die in der zweiten Hälfte des Buchs auftauchen, definitiv meine Favoriten waren. Übrigens konnte ich mich sogar halbwegs für die Liebesgeschichte begeistern, denn die drängt sich zum einen nicht übermäßig in den Vordergrund und ist zum anderen auch nicht allzu kitschig – eine nette Abwechslung für YA-Romane.

Der einzige Punkt, der mich etwas gestört hat, war dieses Wild West Feeling – eine pistolenschwingende Heldin und überall liegt Schießpulver in der Luft. Ich bin kein Fan von Westernromanen, weshalb ich diesen aktuellen Trend in der YA-Literatur auch gänzlich ignoriert habe. Schade fand ich hier vor allem, dass das Western-Feeling sich einfach nicht so richtig mit dem arabisch-angehauchten Setting und der Mythologie vermischen lassen will. Allerdings überwiegt dann zum Ende hin für mein Gefühl doch der arabisch-orientalische Einfluss, sodass dieser Punkt im Großen und Ganzen nicht zu sehr ins Gewicht fällt.

Rebel of the SandsAlles in allem konnte mich Alwyn Hamilton mit „Rebel of the Sands“ durchaus begeistern, denn auch wenn das Buch recht langsam anfängt und mich der Wild-West-Part der Geschichte etwas gestört hat, ist die zweite Hälfte wirklich gut gewesen und der Roman insgesamt ein kurzweiliger, fesselnder Schmöker, sehr empfehlenswert für alle, die Lust auf einen Ausflug in eine orientalische Fantasy-Wüstenwelt mit Wild West Anklang haben 😉 Ich bin jedenfalls schon gespannt, auf den nächsten Band – und für alle, die lieber auf Deutsch lesen: Eine Übersetzung des ersten Bandes erscheint auch demnächst:

AMANI - Rebellin des Sandes von Alwyn Hamilton

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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