Der 69-Test oder Wie ich meine nächste Lektüre auswählte

Offenbar vermittelt Seite 69 einen besonders guten Eindruck des jeweiligen Buchs, blättert man also einfach zu dieser vor und liest sich nur diese Seite durch, stehen die Chancen gut, dass man so feststellen kann, ob einem ein Buch gefallen wird. Oder, wie in meinem Fall, weil gefallen werden mir die Bücher hoffentlich alle, welches einem gerade am meisten zusagt.

Was habe ich also kurzerhand gemacht? Genau! Den Praxistest 😉 Hier einmal die zehn Bücher, jeweils der erste/zweite vollständige Satz von Seite 69 und mein Fazit:

Rezension zu Die Frau die ein Jahr im Bett blieb von Sue TownsendDie Frau, die ein Jahr im Bett blieb von Sue Townsend

„Es gab ein Gewirr aus Lärm und Leuten am Ende des Korridors.“

Der Titel allein hat mich ja schon neugierig gemacht auf dieses Buch, die Inhaltsangabe klang vielversprechend und die Leseprobe hat einen zwar ungewöhnlichen aber angenehmen Schreibstil offenbart. Seite 69 allerdings hat mich dann doch verwirrt, denn wo ist Eva, die Frau, die da im Bett liegen soll? Zu 100% konnte mich dieser 69-Test nicht überzeugen, mal schauen, was noch kommt.

 

Rezension zu Berlin City Girls Verbotene Naechte von Janne PalmerBerlin City Girls: Verbotene Nächte von Janne Palmer

„‚Warum nicht?‘ ‚Keine Zeit.‘ ‚Bitte.‘ ‚Nein.'“

Ich habe nicht den blassesten Schimmer, wo dieses Buch herkommt – okay, vom Fischerverlag, aber wieso? Angefordert habe ich es nicht und weder die Inhaltsangabe („Er ist der Freund ihrer besten Freundin. Ein absolutes Tabu. Spannend, emotional und erotisch“ 🙄 ), noch der 69-Test konnten mich hier auch nur im Ansatz für dieses Buch begeistern – sicherlich, reinlesen werde ich, irgendwann, demnächst, wenn halt sonst nichts mehr da ist… Oder so 😉

Rezension zu Hochverrat von Sebastien de CastellHochverrat von Sebastien de Castell

„Sie wusste nicht, dass das das Mutigste war, was sie in diesem Augenblick hätte sagen können.“

♥ Oooh, ich will es lesen, jetzt sofort, auf der Stelle! 😀 Dabei konnte ich mit dem ersten Teil von Sebastien de Castells „Greatcoats“-Reihe, „Blutrecht“ irgendwie gar nicht so recht etwas anfangen. Aber allein diese eine Seite? Allein um herauszufinden, was dieser mutige Ausspruch denn genau war? Da muss jetzt noch eine echte Überraschung kommen, sonst steht meine nächste Lektüre fest.

Die Schatten von London von Maureen JohnsonDie Schatten von London von Maureen Johnson

„‚Ich bin okay‘, krächzte ich heiser. Aber ich war überhaupt nicht okay.“

Wie schon eine einzige Zeit dieses typische YA-Flair verströmen kann…
Das ist nun nicht unbedingt schlecht, aber im Vergleich zu der Stimmung, die schon auf der einen Seite von „Hochverrat“ rüber kam, ist dieser 69-Test doch recht schwach ausgefallen. Negativ herausfallen tut dieser Roman sicherlich nicht, aber positiv herausstechen genauso wenig. Da haben gerade also eindeutig andere Bücher Vorrang.

Das kleine grosse Glueck von Lucy DillonDas kleine große Glück von Lucy Dillon

„Und das ist deine Dessertschale, nicht wahr? ‚Ich glaube nicht“, sagte Janet.“

Uff… Ich mein, die Inhaltsangabe klingt interessant, sehr interessant eigentlich sogar und so, als könnte mir das Buch wirklich ausgesprochen gut gefallen, aber Seite 69 ist hier denkbar nichtssagend. Ich denke, dieser Roman wird bis zum neuen Jahr warten müssen (sind ja nun auch nur noch zweieinhalb Wochen), dann zählt es zumindest schon mal für die Goldmann Challenge 2015 😉

Rezension zu Sechs Richtige und eine Falsche von Birgit HasselbuschSechs Richtige und eine Falsche von Birgit Hasselbusch

„Er kam dazu, legte lässig seinen Arm um meine Schulter und fragte, wie lange ich ihn noch warten lassen wolle, er wolle mir mal seinen Haarwuchs zeigen.“

Dieser Roman hat, laut Rückseite, eine „lies-dich-glücklich Garantie“. Beim 69-Test machte die Geschichte vor allem den Eindruck leichter, humorvoller Unterhaltung ohne allzu großen Tiefgang, aber das eine schließt das andere ja auch nicht aus, oder? 😉

Katze vermisst von Caroline PaulKatze vermisst von Caroline Paul

„Tibby war der Junge mit den dicken Brillengläsern, dessen Bücher jeden Tag im Dreck landeten.“

Der Untertitel „Wie ich meinen Kater Tibby gestalkt habe – Eine wahre Geschichte über Liebe, Verzweiflung und GPS-Technik“ lässt einen überaus amüsanten Erfahrungsbericht erwarten und genau den Eindruck verstärkt der 69-Test. Macht definitiv neugierig auf mehr und damit rutscht das Buch auf Platz 2 meiner Leseliste.

Rezension zu Die Anarchie der Buchstaben von Kate de GoldiDie Anarchie der Buchstaben von Kate de Goldi

„Melvyn sah aus wie Woody in Toy Story. Perry malte Melvyn einen Hut auf den Kopf.“

Allein die Aufmachung dieses Büchleins lässt die Herzen aller Bibliophilen höher schlagen, da hat der Königskinder Verlag wirklich ganze Arbeit geleistet. Und auch der 69-Test war vielversprechend, denn ohne genau sagen zu können, was mich in den Bann dieses kurzen Ausschnitts gezogen hat, bin ich jetzt definitiv neugierig auf dieses Buch und freue mich schon darauf, es zu lesen.

Bayou Heat - Raphael Parish von Alexandra IvyBayou Heat: Raphael/Parish von Alexandra Ivy und Laura Wright

„Aber sie musste sichergehen, dass ihr Verfolger zu sehr damit beschäftigt war, sich gegen das rasende Tier zur Wehr zu setzen, um ihre Flucht zu bemerken.“

Ich war ja wirklich skeptisch bei diesem Roman, schreit das Cover doch geradezu nach Erotikkitsch mit Fantasycovergeschichte, aber der 69-Test war relativ überzeugend, jedenfalls überzeugend genug, um Lust darauf zu machen weiterzulesen und herauszufinden wie überzeugend denn die Gesamtgeschichte ist. 😉


Rezension zu Unanstaendige Frauen lesen und trinken Kaffee von Sophie HartUnanständige Frauen lesen und trinken Kaffee von Sophie Hart

„Empfindungen, von denen sie geglaubt hatte, sie seien längst nicht mehr Teil ihrer Gefühlswelt und würden es auch niemals wieder werden.“

Dieser Titel allein 😀 Und ja, auch der 69-Test macht hier große Lust auf mehr, auch wenn es Seite 69 genau das Ende eines Kapitels markiert und daher nur zu einem Drittel bedruckt ist.

Uff… Eine schwierige Entscheidung, eine sehr schwierige Entscheidung. Während „Berlin City Girls: Verbotene Nächte“ definitiv irgendwo ganz weit hinten auf der Liste steht, „Das kleine große Glück“ aufs nächste Jahr verschoben ist und „Die Schatten von London“, „Sechs Richtige und eine Falsche“ und „Die Frau, die ein Jahr im Bett blieb“ irgendwo in der Mitte der Liste rangieren, habe ich auf alles andere doch ziemlich große Lust.

Wie gut, dass ich nur noch viermal zur Uni muss und dann erstmal Weihnachtsferien sind. „Die Anarchie der Buchstaben“ jedenfalls werde ich heute noch anfangen, das sollte sich mit seinen nicht einmal 150 kleinen, groß bedruckten Seiten, von denen auch noch viele illustriert sind, recht zügig lesen lassen. Dann bleiben „Katze vermisst“, „Bayou Heat: Raphael/Parish“ und „Unanständige Frauen lesen und trinken Kaffee“ für die restlichen Unitage und „Hochverrat“ für die freien Tage, wenn ich Zeit habe, mich so richtig auf das Buch zu stürzen.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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