35 Jahre „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende

1979 erschien Michael Endes „Die unendliche Geschichte“ erstmals und wurde innerhalb weniger Wochen zu einem riesigen Erfolg, der auch heute noch junge wie alte Leser begeistert. Und zum 35. Jubiläum des Romans erscheint heute im Thienemann Verlag die Jubiläumsausgabe, die die Geschichte endlich wieder im Glanz der Originalausgabe erstrahlen lässt. Denn für diese hatte sich Michael Ende damals eine ganz besondere Ausstattung gewünscht:

Neben dem geprägten roten Seideneinband sind es vor allem der zweifarbige Druck in Rot und Grün sowie die von Roswitha Quadflieg gestalteten Initialien von A bis Z für die 26 Kapitel des Buchs, die „Die unendliche Geschichte“ nicht nur inhaltlich sondern auch optisch zu einem absoluten Highlight gemacht haben. 10 Jahre lang war das Buch nicht in dieser Ausgabe erhältlich, es fehlten die Initialien und auch der zweifarbige Druck des Texts wurde nicht 1:1 übernommen.

Die Jubiläumsausgabe aber gleicht der Originalausgabe von der ersten bis zur letzten Seite beinahe komplett – und damit hat meine Mutter jetzt leider ein gutes Argument ihre Originalausgabe, die ich vor Jahren einmal aus ihrem Bücherregal entwendet habe, weil ich die neuen Ausgaben alle so doof fand, zurückzufordern… 😀

Mehr Informationen zum Buch auf der Seite des Thienemann-Verlags: Die unendliche Geschichte im Thienemann-Verlag
Und meine Rezension zu Michael Endes Meisterwerk: Rezension zu Die unendliche Geschichte von Michael Ende

Pressemitteilung

Michael Endes „Die unendliche Geschichte“ ist ein Weltbestseller und Klassiker der phantastischen Literatur. Am 17. September 2014 erscheint im Thienemann-Esslinger Verlag eine Jubiläumsausgabe zum 35. Geburtstag, die der Originalausgabe von 1979 gleicht. 10 Jahre lang war das Buch in dieser Ausstattung nicht lieferbar.

„Die unendliche Geschichte“ erschien im August 1979 im Thienemann Verlag – bereits im September musste die 2. Auflage nachgedruckt werden. Der Erfolg von Endes Roman zeigte sich auch anhand der SPIEGEL-Bestsellerliste, auf der das Buch 113 Wochen lang zu finden war.

„Die unendliche Geschichte“ begründete Michael Endes internationalen Ruhm. Der Roman wurde in mehr als 40 Sprachen (darunter auch Esperanto!) übersetzt und hat sich mittlerweile rund 9 Millionen mal weltweit verkauft (in Deutschland 3,5 Millionen mal). Er wurde darüber hinaus mehrfach und international ausgezeichnet, u.a. mit dem Buxtehuder Bullen (1979), dem Silbernen Griffel von Rotterdam und Wilhelm-Hauff-Preis (1980) sowie dem Europäischen Jugendbuchpreis (1981).

Die Idee zum Roman zog Ende 1977 förmlich aus einer Schublade – auf einem Zettel hatte er sich Bucheinfälle notiert, darunter auch: „Ein Junge gerät beim Lesen einer Geschichte buchstäblich in die Geschichte hinein und findet nur schwer wieder heraus“. Trotz anfänglicher Bedenken, ob dies für einen Umfang von etwa 100 Seiten überhaupt ausreichen würde, explodierte Ende der Stoff unter den Händen, erzählt Roman Hocke, langjähriger Freund und Lektor von Michael Ende. Insgesamt arbeitete Ende knapp drei Jahre an der „Unendlichen Geschichte“.

Ende wünschte sich für seine größte Erzählung, die DIE ZEIT einmal als „gewaltige Collage aus mythischen Bildern“ bezeichnete, eine besondere Ausstattung, die ihm der Verlag erfüllte. Man beauftragte dafür die Buchgestalterin Roswitha Quadflieg, die das Konzept des zweifarbigen Drucks in Rot und Grün – für die Handlungsstränge in der Menschenwelt und in Phantásien – sowie die prachtvollen, ornamental gestalteten Initialien für die 26 Kapitel in der alphabetischen Reihenfolge von A bis Z entwickelte. Diese Details der Originalausstattung hat der Thienemann Verlag für die Jubiläumsausgabe wieder aufgenommen.

1984 verfilmte es Produzent Bernd Eichinger unter der Regie von Wolfgang Petersen unter dem gleichnamigen Titel. Michael Ende hatte aber schon während der Dreharbeiten seine Zustimmung zurückgezogen, da er mit der Umsetzung keineswegs zufrieden war.

Bedeutung und Rezeption

Michael Endes „Unendliche Geschichte“ ist ein Roman über die Kunst des Erzählens und das faszinierende Wechselspiel von Literatur und Leser. Durch den Prozess des Lesens gelangt Bastian nach Phantásien und der Leser wird über Bastian in die Handlung mit einbezogen und liest im Grunde genommen seine eigene Geschichte.

Mit Erscheinen löste das Buch eine Welle der Begeisterung unter jungen wie alten Lesern, Buchhändlern und Kritikern aus und avancierte recht schnell zum Kultbuch. Michael Ende hatte offenbar einen Nerv getroffen. Dazu Roman Hocke in seinem Buch „Michael Ende – Magische Welten“:

„Michael Ende entwarf die Rolle der Phantasie als Gegenmacht zu einer als zunehmend phantasielos und technologiegläubig empfundenen Welt. Die Phantasie erweist sich im Roman als eine wirksame Möglichkeit, Realität zu verändern. Darüber hinaus gab der Autor den Menschen ein neues Gefühl für ihren Wert und ihre Bedeutung. Durch die Kraft in uns selbst – so die implizite Aussage des Buches – könne es gelingen, das Leben im positiven zu verändern.“

Pressestimmen

„Eine gewaltige Collage aus mythischen Bildern.“ Die Zeit

„Ein Kinderbuch, auch für Erwachsene. Ein Erwachsenen-Buch, auch für Kinder.“ Berliner Morgenpost

„Die unendliche Geschichte ersetzt eine halbe Bibliothek – nicht nur im Kinderzimmer.“ Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt

„Michael Ende hat ein beeindruckendes literarisches Werk geschrieben, dem das leider meist abwertende Prädikat ‚Jugendbuch‘ niemals gerecht wird. Es ist ein nahezu unerschöpfliches Buch, für Erwachsene wie für Kinder… .“ Stuttgarter Zeitung

Auszeichnungen

„Buch des Monats Dezember“ (1979)
Buxtehuder Bullen (1979)
Silberner Griffel von Rotterdam (1980)
Wilhelm-Hauff-Preis zur Förderung von Kinder- und Jugendliteratur (1980)
Preis der Leseratten des ZDF (1980)
Auswahlliste Deutsche Jugendbuchpreis (1980)
Europäischer Jugendbuchpreis (1981)

Michael Ende

Michael Ende (1929-1995) ist einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller und gleichzeitig einer der vielseitigsten Autoren. Neben Kinder- und Jugendbüchern schrieb er poetische Bilderbuchtexte und Bücher für Erwachsene und verfasste Theaterstücke und Gedichte. Viele seiner Bücher wurden verfilmt und für Funk, Fernsehen und Theater bearbeitet.

Für sein literarisches Werk erhielt er zahlreiche deutsche und internationale Preise. Seine Bücher wurden in über 40 Sprachen übersetzt und haben eine Gesamtauflage von über 35 Millionen Exemplaren erreicht.

Roswitha Quadflieg

„Poesie ist die schöpferische Fähigkeit des Menschen, immer wieder auf neue Weise sich in der Welt und die Welt in sich zu erfahren und wiederzuerkennen.“

Roswitha Quadflieg ist Buchgestalterin und Autorin und war mit Michael Ende befreundet. 1949 in Zürich geboren und in Hamburg aufgewachsen, studierte sie dort Malerei, Graphik, Illustration und Typographie. Sie lebt heute als Schriftstellerin in Berlin.

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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