Interview mit Kaja Evert + Gewinnspiel

Ich habe ja generell großen Spaß an diesen Autoren-Interviews, ansonsten würde ich mir auch wohl kaum Woche für Woche die Mühe machen ein neues Interview zu organisieren. Aber ganz besonderen Spaß macht es mir, wenn ich ganz neue, womöglich noch weitestgehend unbekannte Autoren, Debütautoren, hier begrüßen darf. So eine Autorin hat mir diese Woche Rede und Antwort gestanden: Kaja Evert, deren Debütroman „Flügel aus Asche“ gerade erst im Knaur-Verlag erschienen ist.
Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen und hoffe euch mit diesem Interview für Autorin und Buch begeistern zu können (oh, und gewinnen könnt ihr übrigens auch ein Exemplar ;))

Interview mit Kaja Evert

Kaja, willkommen auf Anima Libri – Buchseele. Ich freue mich sehr, dass Du dich zu diesem Interview bereit erklärt hast.
Da sage ich lieber: Danke für das Interview! Ich habe mich sehr über die Anfrage gefreut.

Drei Standardfragen hab sich mittlerweile in meine Interviews geschlichen. Die Erste lautet: Warum, und wieso, bist Du Autorin geworden? War das schon immer Dein Traumberuf oder bist Du eher zufällig in diesem Job gelandet?
Wenn man sich mit bisher einem veröffentlichten Buch und ohne sich den Lebensunterhalt vom Schreiben zu finanzieren, Autorin nennen darf, dann bin ich wohl eine. Dass ich Bücher schreiben wollte, war mir irgendwie schon immer klar, weil mein Kopf voller Geschichten ist, seit ich mich erinnern kann, und ich diese Geschichten mit anderen teilen wollte. Jedenfalls habe ich schon als kleines Mädchen in die Poesiealben bei dem Feldchen „Traumberuf“ „Schriftstellerin“ geschrieben. Nicht dass ich damals schon irgendwelche Geschichten zusammengeschrieben hätte. Ich habe mit ungefähr 9 Jahren angefangen, Schulhefte vollzukritzeln, aber die wirklich wichtigen Geschichten wollte ich mir für später aufheben, wenn ich sie so schreiben konnte, wie ich es mir vorgestellt habe. Im Lauf der Jahre habe ich dann geschrieben, geschrieben, geschrieben. Trotzdem bleibt es noch immer eine Herausforderung, Geschichten genau so umzusetzen, wie ich sie mir vorstelle.

Die Zweite wäre: Wie sieht Dein Arbeitsalltag als Autorin aus? Hast Du irgendwelche festen Abläufe oder Rituale, einen besonderen Ort zum Schreiben oder etwas ähnliches?
Weil ich berufstätig bin, muss ich zusehen, wie ich Beruf und Schreiben unter einen Hut bringe. Deswegen schreibe ich fast ausschließlich früh morgens zwischen 5 und 7 Uhr an meinem Laptop ein festgelegtes Pensum. Dazu trinke ich meinen Kaffee. Für viele Menschen klingt das sicher nach dem blanken Horror, aber ich bin eine Frühaufsteherin und bringe morgens meine besten Leistungen. Manchmal habe ich natürlich auch keine Lust, aber dann sage ich mir „Na komm schon, du willst das Buch doch fertig schreiben!“ Andererseits kann ich aber auch so gut wie überall schreiben. Daher habe ich immer ein Notizbuch dabei, falls ich Zeit zum Schreiben finde.

Und, last but not least: Du bist ja sozusagen eine ganz frischgebackene Autorin, Dein Debütroman „Flügel aus Asche“ ist gerade erst im Knaur Verlag erschienen. Könntest Du ihn für alle, die ihn noch nicht kennen, in drei Worten beschreiben?
Freiheit, Kunst, Magie

Was hat Dich dazu inspiriert „Flügel aus Asche“ zu schreiben? Woher holst Du dir generell die Inspiration für deine Geschichten?
Eigentlich hole ich mir die Inspirationen nicht, sondern sie holen mich. Mir fällt urplötzlich und oft in unpassenden Situationen irgendetwas ein, was mich fesselt und manchmal nach einer Weile sogar dazu bringt, einen ganzen Roman zu schreiben. Natürlich entstehen diese spontanen Ideen nicht einfach so, sondern hängen mit dem zusammen, was ich erlebt, gelernt und erfahren habe. Was dann dafür sorgt, dass sie plötzlich an die Oberfläche meiner Gedanken platzen, weiß ich nicht.
Deswegen kann ich auch nicht genau sagen, woher die Inspiration für „Flügel aus Asche“ konkret gekommen ist. Im Lauf der Zeit hat sich in meinem Kopf die Geschichte des jungen Schreibers entwickelt, der es wagt, für seine Freiheit sein Leben zu riskieren.

In Rashija ist Malen und Zeichnen verboten und auch Farben spielen in „Flügel aus Asche“ eine sehr große Rolle, auch in Bezug auf die gesellschaftlichen Strukturen und Stände, wobei das Farbspektrum hier deutlich über das uns bekannte „schwarz oder weiß“ hinausgeht. Wie bist Du auf diese Idee gekommen und welche Rolle spielen Kunst und Farben in Deinem eigenen Leben?
Die Benutzung der ganzen Farbpalette ist tatsächlich so etwas wie eine Erweiterung unseres „Schwarz und Weiß“. Wahrscheinlich ist die Idee ziemlich naheliegend, wenn man die Absurdität eines solchen Denkens aufzeigen will.
Mein eigenes Leben ist sozusagen vollgepfropft mit Kunst. Ich habe auch beruflich ständig mit Literatur zu tun. In meiner Freizeit schreibe ich (natürlich) und zeichne auch gern. Außerdem liebe ich gute Computerspiele – dass die keine Kunstform sein könnten, wollte mir zwar früher einmal ein Kunstlehrer beibringen, aber ich habe es ihm nie abgekauft.
Mit Farben ist es etwas schwieriger. Die Farben, die mir wirklich wichtig sind, sind die der Natur – Frühlingsgrün, Herbstgold, Sommerblau und so weiter. Eben die Farben von Himmel, Licht und Erde.

Wenn Du einmal in das Leben irgendeiner Figur aus der Literatur eintauchen könntest, für einen Tag, eine Woche oder auch länger, für welche Figur würdest Du Dich entscheiden und weshalb? Oder gibt es mehrere Figuren, zwischen denen Du Dich nicht entscheiden kannst?
Das ist eine schwierige Frage, weil die Möglichkeiten so groß wären. Ich könnte an Platons Symposion teilnehmen und in der Ilias mitkämpfen! Aber ehrlich gesagt glaube ich, dass ich eine Umgebung mit weniger Stress und Lebensgefahr bevorzugen würde. Als Kind habe ich die Bücher von James Krüss geliebt und mir immer gewünscht, ich hätte auch einen Urgroßvater, der mit mir ABC-Forschung betreibt. Und wie viele andere Kinder hätte ich gern in Bullerbü gelebt. Die größte Herausforderung wäre aber wohl, anstelle von Bastian in der Unendlichen Geschichte zu landen – ich habe mich immer gefragt, wohin mich mein Weg dort wohl führen würde und ob ich es schaffen würde, wieder hinauszufinden.

Arbeitest Du gerade an weiteren Projekten oder hast Du noch welche in der Schreibtischschublade liegen, die Du gerne in naher Zukunft veröffentlichen würdest?
Beides. Geschichten habe ich fast zu viele im Kopf, sodass ich gar nicht recht weiß, wann ich alle aufschreiben soll, aber ich freue mich schon auf die nächste.

Vielen lieben Dank noch einmal für dieses Interview!
Ich habe zu danken!

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

Alle Beiträge von Rike »

24 Kommentare zu “Interview mit Kaja Evert + Gewinnspiel”

  1. Guten Morgen,
    wieder ein tolles Interview. Das Buch scheint super zu sein, ich versuch mein Glück 🙂
    LG und einen schönen Sonntag

    Manu2106

  2. Hallo,

    ein tolles Interview und das Buch würde mich sehr interessieren. Da versuche ich mal mein Glück!
    LG von Elke

  3. Hi,

    ich versuche mein Glück auch wieder, es hat leider noch nie geklappt, aber man soll ja nie „nie“ sagen 😉

    Wieder ein tolles und informatives Interview, was ich da lesen kann. Ich finde diese Einblicke in die Arbeit von Autoren toll und spannend, daher: weiter so!

    Um das Buch bin ich auch bei Lovelybooks schon herumgeschlichen, daher würde och mich über einen Gewinn riesig freuen!

    LG KleinerVampir

  4. Das Interview war echt sehr Interessant,besonders die Frage in welche Geschichte sie gerne eintauchen würde,wenn sie wählen könnte .
    LG

  5. Es macht Spaß zu lesen was die Autoren inspiriert hat, warum sie diesen bzw. was sie dazu verleitet hat diesen Beruf zu wählen und wie sie die Sicht ihrer Geschichten darstellen. Ein schönes Interview. Da bekommt man sofort Lust das Buch zu lesen und die Autoren weiter zu beobachten ^^

  6. Ich finde es fantastisch, dass du es schaffst Interviews mit Autoren zu organisieren. Und dass du auch noch Gewinnspiele veranstaltest. Wow. Ich hoffe ich schaffe es auch irgendwann an diesen Punkt. Dich kann ich mir wirklich als Vorbild nehmen! 🙂

  7. Auch ich möchte gerne mein Glück versuchen, da ich bei der LB-Leserunde leider keines hatte und mich das Buch wirklich sehr reizt. 🙂 „Freiheit, Kunst, Magie“ – das klingt genau nach dem, was ich gerade brauche!

    Danke für das tolle Interview und liebe Grüße,

    Jenny

  8. Ui, das ist ja mal wieder ein tolles Interview 🙂 Ich liebe Deine Interviews wirklich und das Buch klingt auch richtig toll, da muss ich doch auch einfach mal wieder mein Glück versuchen.

    Debütromane finde ich immer besonders spannend, da es Spaß macht, neue Sterne am Autorenhimmel zu entdecken 😉

    LG
    Monina83

  9. Das Interview war wirklich interessant und hat mich noch neugieriger auf das Buch gemacht.

    Außerdem finde ich es immer super mal neue Autoren zu lesen und neue Ideen kennen zu lernen.

    Ich hab mich zwar auch schon bei der LB-Leserunde beworben gehabt, leider aber nicht gewonnen, deswegen wollte ich hier mal mein Glück versuchen.

    LG Sakura

  10. Wow, das war wirklich interessant. Es war sehr schön zu erfahren, dass der Autorin die Inspirationen aus dem Alttag kommen, als aus dem was sie erlebt hat, das zeigt, dass man eigentlich aus allem eine Geschichte schreiben kann. Das ist echt toll. 🙂

  11. Das ist ein wirklich gelungenes Interview !

    Und Kaja Evert hat meiner Meinung nach sehr viel Respekt verdient, dafür dass sie es schafft ihr Buch neben der Arbeit zu schreiben ! (und das auch konsequent durchzieht!)

    Überhaupt ist das hier ein sehr schöner Blog ! Der kommt gleich in meine Bookmarks 😉

Hinterlasse einen Kommentar

Du kannst die folgenden HTML Codes in deinem Kommentar verwenden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

*

%d Bloggern gefällt das: