Interview mit Andrea Bottlinger

Und damit wären wir auch schon bei Interview Nr. 3 🙂 Da Oster-Samstag ja eigentlich kein Feiertag ist, gibt es das dann auch ganz pünktlich, ich hatte nämlich kurz überlegt, diese Woche kein Interview zu posten. Aber Andrea Bottlinger, die Autorin von AETERNUM (Rezension findet ihr hier) hat sich immerhin die Mühe gemacht, meine ganzen neugierigen Fragen zu beantworten und dabei ist ein spannendes Interview herausgekommen, dass ich euch natürlich nicht vorenthalten will. 😉
Ich wünsche euch daher ganz viel Spaß beim Lesen!

Über Andrea Bottlinger:
Andrea Bottlinger wurde in Karlsruhe geboren, hat in Mainz Buchwissenschaften, Komparatistik und Ägyptologie studiert und lebt und arbeitet inzwischen als freie Lektorin und Autorin in Heilbronn. “Aeternum” ist ihr erster Roman.

Interview mit Andrea Bottlinger

Hallo Andrea, ich freue mich, dich hier auf „Anima Libri“ begrüßen zu dürfen!
Ich freue mich, hier zu sein.

Unsere ersten zwei Fragen sind immer mehr oder weniger die gleichen: Warum, und wie, bist Du Autorin geworden? War das Schreiben schon als Kind Dein Traumberuf oder bist Du erst später dazu gekommen?
Ich wollte schon ziemlich früh Autorin werden. Mit 10 ungefähr habe ich meine erste Geschichte geschrieben. Sie war ziemlich schlecht.

Und: Wie sieht für Dich ein durchschnittlicher Arbeitstag als Autor aus?
Ich weiß nicht, ob es einen durchschnittlichen Arbeitstag gibt. Meistens versuche ich morgens zu schreiben, weil ich da noch am meisten Energie habe. Der Nachmittag ist fürs Lektorat reserviert. Manchmal dreht sich das aber auch um, wenn sich ein Lektoratsauftrag der Deadline nähert und ich noch nicht so viel geschafft habe, wie ich schaffen wollte. Ich muss immer ein bisschen jonglieren, was gerade am dringendsten fertig werden muss.

Für alle, die deinen Roman AETERNUM noch nicht kennen, kannst Du uns in ein bis zwei Sätzen sagen, worum es darin geht?
Engel, Dämonen, Luftkämpfe mit Flammenschwertern und einstürzende Sehenswürdigkeit. Das ist meine übliche Zusammenfassung 😉 Die Protagonisten sind die Magierin und unfreiwillige Dämonendienerin Amanda und der flügellose Engel Jul, die auf eine gefährliche Mission im Untergrund Berlins geschickt werden.

Ein Krater mitten in Berlin und eine Welt voller Engel, Dämonen und Magier. Wie bist du auf die Idee zu AETERNUM gekommen?
Das ist alles nach und nach zusammengekommen. Ich hatte mir geschworen, nie über Engel zu schreiben, nachdem dieser Spruch rumging, Engel seien die neuen Vampire. Daraufhin hat mir mein Unterbewusstsein natürlich prompt einen Strich durch die Rechnung gemacht und eine Idee mit Engeln ausgespuckt. Ich hatte zudem schon seit einiger Zeit eine Idee, etwas über eine Magierin zu schreiben, die gegen ihren Willen von einem Dämon ausgebildet wird, weil er sie braucht, um seine Konkurrent zu beschwören und zu bannen. Die beiden Ideen habe ich kurzerhand kombiniert. Der Rest ist dadurch entstanden, dass ich versucht habe, verschiedene Probleme zu lösen. Beispielsweise, wie ich als Atheistin über Engel und Dämonen schreiben kann, ohne dabei den ganzen religiösen Unterbau einfach zu ignorieren.

Du arbeitest ja nicht nur als Autorin sondern gleichzeitig auch als Lektorin. Hat sich das auf deinen eigenen Schreibprozess ausgewirkt? Wenn ja, wie?
Ich glaube nicht, dass es sich sonderlich auf meinen Schreibprozess ausgewirkt hat. Jeder Autor, der nicht nur allein in seinem Kämmerlein schreibt, sondern sich mit Kollegen austauscht, betätigt sich zu einem gewissen Grad als Lektor. Ich habe mehrere Freunde, deren Romane ich während ihrer Entstehung lese und mit Anmerkungen versehe, und diese Leute tun dasselbe dann auch wiederum für mich. Das ist nicht ganz so gründlich wie ein richtiges Lektorat, aber es kommt dem sehr nahe. Genau wie ein Lektor muss man erkennen können, wo etwas hakt und warum.

Eine Frage, die zu stellen ich immer wieder gebeten werde (und die ich hier jetzt endlich mal ganz uneigennützig stellen werde): Welche Tipps kannst du, die ja sozusagen aus zwei unterschiedlichen Perspektiven auf die ganze Sache blickt, angehenden Autoren und Schriftstellern geben? Und (eine Frage ganz eigennützig nur für mich 😉 und alle, die es sonst noch interessiert) gibt es welche, die du angehenden Lektoren geben würdest?
Ich habe drei Tipps für angehende Autoren:
1. Man wird nicht besser, wenn man nicht schreibt, also sollte man möglichst viel schreiben.
2. Agenturen sind sehr hilfreich.
3. Egal wo man sein Manuskript einreicht, das Einzige, womit man aus der Masse herausstechen sollte, ist Professionalität. Agenten und Lektoren brauchen keine hübschen, teuren Mappen und selbst gezeichnete Coverbilder und schon gar kein Manuskript im Pizzakarton oder ähnliche Scherze. Was sie wirklich brauchen, ist ein Anschreiben, das ihnen sagt, was sie vor sich haben, ein verständliches und nicht zu langes Exposé und eine richtig gute Leseprobe.

Für angehende Lektoren habe ich zwei Tipps:
1. Die Rechtschreibregeln werden vorne im Duden deutlich verständlicher erklärt als in der Schule.
2. Praktika sind extrem hilfreich.

Und in beiden Fällen gilt: Niemals aufgeben. Man braucht für beide Karrierewege relativ viel Geduld und er.

Und zu guter Letzt: Arbeitest du aktuell an weiteren Projekten? Wann wird es etwas Neues von dir zu Lesen geben und worauf können sich deine Leser dabei freuen?
Ich arbeite an mehreren Projekten, aber momentan steht noch nicht fest, welches das nächste wird.

Vielen herzlichen Dank, Andrea, dass Du dich dazu bereiterklärt hast dieses Interview zu machen! Ich freue mich, dass Du hier warst.
Ich freue mich, hier gewesen zu sein.

Mehr Informationen zu Andrea Bottlinger und ihren Büchern findet ihr auf ihrer Homepage:

www.traumsphaeren.de
 

Veröffentlicht von Rike

20something | bibliomanisches Bücherfresserchen, Leseratte, Bibliophile | begeisterte Fantasy-Leserin, die auch gerne mal queerbeet liest | Studentin der Anglistik, Amerikanistik und Germanistik | bekloppter Sprachnerd, der zusätzlich noch Spanisch, Niederländisch und Russisch lernt | Serienjunkie, Geek (und manchmal Fan) Girl | Whovian | Chaotin | BookCrosserin | Bloggerin seit ca. 2005 und seit 2010 konstant auf Anima Libri - Buchseele

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5 Kommentare zu “Interview mit Andrea Bottlinger”

  1. Sehr interessantes Interview. Ich mache demnächst bei einer Leserunde zu diesem Buch mit und bin schon sehr gespannt darauf 🙂

  2. Der Buchtitel kommt mir bekannt vor, die Autorin nicht. Heilbronn ist gar nicht mal so weit von uns entfernt. Was ich jetzt allerdings vermisse, ist die Abbildung des Covers, eventuell mit Verlinkung zu den Verkaufsseiten.

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

  3. Ich finde es gut, dass Andrea Bottlingers Unterbewusstsein ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht hat, wie sie es selbst so schön sagt, denn ich finde, ihre Kurzbeschreibung klingt ziemlich vielversprechend!
    Liebe Grüße

  4. Also, ich muss sagen, dass die Buchbeschreibung irgendwie interessant klingt 😀 Das Buch kommt auf meine Wunschliste!
    Und Tipps von jemandem zu bekommen, der einerseits schreibt und andererseits als Lektorin arbeitet, fand ich echt hilfreich 🙂

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